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Beim Essen S'Hemad kairt en d'Hosa nei!

StN, vom 04.12.2011 20:42 Uhr
 Foto: dpa
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Leserin Helga Greiner aus Magstadt erfreut uns mit zwei Familiengeschichten ihres Vaters: "Die Familie sitzt beim Mittagessen. Die Mutter schöpft die Suppe in Vaters Teller, da ruft der plötzlich: ,Do isch des Kenderschiale! Hau i doch glei gsait: 's Haus orliert nex!"'

Die zweite Geschichte geht so: "Man sitzt gemeinsam beim Abendessen. Auf einmal sagt der Sohn: ,Vadder, an deim Riassel hangt a Hoar!' Daraufhin weist ihn der andere Sohn zurecht: ,Du kasch do zom Vadder sei Gosch net Riassel saga!' Beide bekommen vom Vater eine en dr Anga (ins Genick), woraufhin sie aus dem Zimmer rennen. Zum dritten Sohn sagt der Vater: "Bua, du kosch sitza bleiba!' Da antwortet dieser: ,I trau dr net, du Lombasekel!' - und rennt davon."

Leserin Magadalene Groß aus Sindelfingen schickt uns einige schöne "schwäbische Kleinigkeiten". Zum Beispiel diese: "Als neulich von dem Jungen berichtet wurde, der gern gehabt hätte, dass der Buckel auch Bauch wäre, fiel mir ein, dass unser Nachbar einst von einem Jungen erzählte, der mit zur Hochzeit durfte und sich dort den Bauch vollschlug, gerne aber noch mehr von den guten Speisen gegessen hätte. Da sagte er: ,O, Vadder, itz sott i s'Blessa Ranza hao (Bless = Kuh)!"'

Eine andere "schwäbische Kleinigkeit": "Wenn es bei uns daheim hieß: ,Ja des isch jetzt Mode!', sagte mein Vater immer: ,A was! Mode lässt mr Mode sei, ond 's Hemad kairt en d' Hosa nei!"'

Und noch eine Begebenheit: "Früher, als man noch keinen Termin brauchte zum Arztbesuch und im Dorf noch jeder jeden kannte, war es im Wartezimmer oft sehr unterhaltend. Man berichtete sich gegenseitig von seinen Wehwehchen, und es wurden Vermutungen angestellt, was wohl der Arzt dazu meinen würde. Einmal, nachdem eine Frau aus dem Sprechzimmer zurück ins Wartezimmer kam, wurde sie von den Wartenden gefragt: ,Ond, was hot er gsait?' ,Ebbes uffgschieba hot er.' ,Ond was?' , I kas et lesa, des isch katholisch (lateinisch) gschrieba!"'

Nach so vielen Sprüchen noch der schwäbische Spruch des Wochenendes. Er kommt von Leser Eberhard Gram aus Plüderhausen: ",Der Pocher stirbt vor dem Socher' - eine Lebenserfahrung, die mein Vater (geb. 1885 in Stuttgart) öfters erwähnte. Erklärung: der Pocher, ein gesunder, auf seine Kraft pochender Mensch. Der Socher, ein kränkelnder Mensch, mit dem es vielleicht bald zu Ende gehen wird. Socher ist wohl verwandt mit siechen, dahinsiechen. Englisch sick, holländisch ziek."

Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 104452, 70039 Stuttgart, Stichwort: Schwäbisch, Fax: 0711/7205-7309; E-Mail: land@stn.zgs.de

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Des machsch bloß pur passledang!
Schwäbisch-französisch gehts ins Wochenende. Frau Ehehalt verdanken wir eine gelungene Zusammenschau.
2000 Wörter sen a Feschtessa
Dieter Auch aus Ditzingen hat einen „Grundkurs Schwäbisch“ verfasst. Hier Auszüge daraus.
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