Beamtenbund empört Lehrer sollen für das gleiche Geld länger arbeiten

Von Frank Krause 

Bei den Lehrerstellen wird gespart Foto: dpa
Bei den Lehrerstellen wird gespartFoto: dpa

Jetzt wird es ernst. In diesem Jahr baut das Land 1000 Lehrerstellen ab, 2014 folgen weitere 1200. Um das Sparpaket zu finanzieren, geht es nun an die Arbeitszeit der Lehrer.

Stuttgart - Die Spitzen von Grünen und SPD unter Führung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann haben am Freitag Sparmaßnahmen für Lehrer beschlossen. Demnach werden dieses Jahr 1000 Lehrerstellen abgebaut, unter anderem durch Einsparungen bei der Schulverwaltung. Die Krankheitsvertretung bleibt unberührt.

2014 sollen weitere 1200 Stellen abgebaut werden. Um das finanziell zu erreichen, soll ab dem Schuljahr 2014/15 die Altersermäßigung für Lehrer ab 58 um eine Wochenstunde zwar erhalten bleiben, aber verbunden mit Lohneinbußen. Ob Lehrer ab 60 künftig noch zwei Wochenstunden weniger arbeiten dürfen, ist noch offen. Parallel will Grün-Rot die Pensionsgrenze für Lehrer, die bisher im Schnitt bei 64,5 Jahren liegt, verändern. Wer früher in Ruhestand will, muss dann Einbußen hinnehmen.

Finanzminister Nils Schmid (SPD) sagte, das Kultusministerium werde jetzt Modelle erarbeiten und mit den Lehrerverbänden erörtern. „Wir müssen etwas tun“, anders seien die 1200 Stellen nicht zu erreichen. Die bisherige Altersermäßigung bei voller Bezahlung sei „ein Privileg, über das man diskutieren muss“. Kultusminister Andreas Stoch (SPD) räumte im Interview mit unserer Zeitung ein, dass die Schulen den Stellenabbau spüren, „aber nicht so, dass er auf die Unterrichtsversorgung durchschlägt“.

Beamtenbund-Landeschef Volker Stich reagierte empört. „Was die Landesregierung macht, ist unglaubwürdig und unmoralisch. Mir reicht’s“, sagte er unserer Zeitung. „Es passt nicht zusammen, dass diese Regierung betont, wie sie den öffentlichen Dienst schätzt, und dann so vorgeht. Wenn sie das Vorurteil hat, dass es den Beamten zu gut geht, dann soll sie es offen sagen.“ Stich prophezeite Grün-Rot einen „heißen Sommer“ vor der Bundestagswahl.

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