Eine Geschichte von Leser Erich Schmidhäuser aus Herrenberg:
"Wir waren drei Schwaben bei einer vorwiegend norddeutschen Einheit. Eines Tages hatte der Kommandeur, Major T., eine Offiziersbesprechung für den nächsten Tag um 15 Uhr angesetzt. Die Uhrzeit wurde jedoch später auf den Abend verschoben und alle Offiziere bis auf Leutnant Schmidt aus Esslingen verständigt. Besagter Leutnant fehlte also bei der Besprechung am Abend. Major T., ein gebürtiger Ostpreuße, stellte ihn am nächsten Morgen zur Rede: ,Schmidt, weshalb waren Sie gestern Abend nicht dabei?' Der Leutnant antwortete: "I war om drei do - abr nochdem koi Sau do war, ben i wieder ganga!' Dem Major verschlug es die Sprache; er war entsetzt: ,Was haben Sie da gesagt?' Jetzt musste Leutnant Schmidt dem Nichtschwaben erklären, dass das ein ganz normaler, sehr gebräuchlicher schwäbischer Ausdruck sei. Damit war die Angelegenheit erledigt."
Und noch eine Geschichte - erzählt von Leser Theodor Konzelmann aus Schwaikheim: "Kriegsende 1945. Nach 16 Monaten als Soldat war ich als 17-Jähriger (!) wieder gesund zu Hause. Mein Nachbar, ein Kleinbauer mit einem Pferd, drei Kühen, zwei Schweinen und Federvieh, war in großer Not. Sein Knecht, ein französischer Kriegsgefangener, war in seine Heimat zurückgekehrt. Wer sollte jetzt die Arbeit tun? Kurzerhand stellte er mich als Knecht ein. Ich hatte eine Beschäftigung und meine Familie einen Esser weniger am Tisch. Mein erster Arbeitstag begann um 6 Uhr in der Frühe. Herr Obergfell, so hieß der Bauer, gab mir die Anweisung: ,Jetzt duasch zerscht die Viecher mischta ond frisch aistraie, ond no schmeisch en Fuader en dr Trog!' (übersetzt: Jetzt mistest du zuerst den Stall aus und streust frisch ein, und dann wirfst du Futter in den Trog). Ich erledigte gewissenhaft meine Arbeit - so dachte ich. Doch der Bauer pfiff mich an: ,Jetzt leck no mi am Arsch, duasch du doheim au mit em Kaffeeleffel 's Scheißhaus lära?'
Was hatte ich falsch gemacht? Bald erfuhr ich es: Ich hatte beide Arbeiten mit derselben Gabel erledigt. Ich wusste nicht, dass eine Mistgabel vier Zinken, eine Futtergabel dagegen nur drei Zinken hat. Eine Lehre für mein ganzes Leben!"
Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leserin Christa Dietz aus Ötisheim: "Ausema Grapp ko mr koi Nachtigall macha!"
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