Baden-Württemberg Land testet anonyme Bewerbungen

Rainer Wehaus, 02.12.2012 17:00 Uhr

Stuttgart - Anonyme Bewerbungen sollen in Kürze auch in Baden-Württemberg getestet werden. Nach Informationen unserer Zeitung werden sich an dem von Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) initiierten Modellprojekt landesweit rund 15 Firmen, zwei Landesministerien sowie die Stadt Mannheim beteiligen. Das Landeskabinett werde auf seiner Sitzung am Dienstag das Projekt beraten, heißt es aus Regierungskreisen.

Beim anonymisierten Bewerbungsverfahren werden Name, Geschlecht, Herkunft und Aussehen von Bewerbern zunächst ausgeblendet und erst nach der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch offengelegt. Damit soll der Benachteiligung von Frauen und Migranten bei der Stellensuche begegnet werden. Die Integrationsstelle des Bundes hat nach einem ähnlichen Versuch im April dieses Jahres über positive Erfahrungen berichtet, Teile der Wirtschaft sind aber weiter skeptisch. Die Ergebnisse des Projekts im Südwesten sollen im Herbst 2013 vorliegen.

Mitmachen tut unter anderen der Stuttgarter Technologie-Konzern Bosch: „Es gibt die Zusage aus unserem Haus, dass wir uns an dem Projekt beteiligen und unsere Erfahrung mit einbringen“, sagte ein Konzernsprecher unserer Zeitung. Der weltweit tätige Konzern hat ein eigenes Online-Bewerbungssystem. Alter, Nationalität oder Geschlecht müssen nicht angegeben werden. Von den Landesministerien sind das Integrationsministerium sowie das Sozialministerium mit dabei.

 
 
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Kommentare (4)
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DEZ
04
Manfred, 14:07 Uhr

anonyme Bewerbungen.....

so einen Blödsinn kann es nur in D geben. Was soll das? irgendwann sitzt der anonyme Bewerber vor mir...und dann ' Sie hören von uns' ! An- und Abfahrt umsonst...hat ihn nur Geld gekostet. Wenn ich eine 30-jährige Mitarbeiterin suche, dann will ich keinen Mann und keine 20-jährige ebenso wenig wie eine 55-jährige. Was kommt als Nächstes ? Bewerbung ohne Zeugnisse....oder was ? Manchen Menschen in D scheint es langweilig zu sein....in eine Personalsuchanzeige muss rein was ich suche...da fängt es in D schon an...man muss für m/w ausschreiben. Genau der gleiche Blödsinn...wenn ich einen Mitarbeiter brauche, dann muss ich es auch so ausschreiben. So reisen in D immer Arbeitssuchende an....für nix und wieder nix. Nur damit den Vorschriften Genüge getan ist. Typisch deutsch.

DEZ
02
Leser, 19:52 Uhr

Vorstellungsgespräch

Dann kommt die Absage eben erst nach dem Vorstellungsgespräch. Schade für den Bewerber, der sich Hoffnung gemacht und sich darauf vorbereitet hat.

DEZ
02
Kai-Uwe Bevc, 19:12 Uhr

unüberlegt

Bei Jobs mit Repräsentationscharakter geht das nicht. Da ist der erste Eindruck, auch der fotografische eines der wichtigsten Auswahlkriterien. Und Kleinunternehmer haben von solchen Hürden nur mehr Arbeit, da sich die Ausschreibung einer Stelle so nur massiv in die Länge ziehen. Ich arbeite z.B. im direkten Kundenkontakt. Eine Bewerbung ohne Bild ist für mich völlig wertlos. Unternehmen, die ausgrenzen wollen, werden das weiterhin tun und sei es, indem sie dann alle Bewerber zur 'Fleischbeschau' antreten lassen.

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