Azubi-Serie Produktionstechnologe bei Trumpf - Blick für jedes Detail

Von Andrea Wyrwoll 

Jan Rauser (links) und Yannic Burde arbeiten bei Trumpf an einer Werkzeugmaschine Foto: Michele Danze
Jan Rauser (links) und Yannic Burde arbeiten bei Trumpf an einer Werkzeugmaschine Foto: Michele Danze

Nach dem Schulabschluss gibt es viele Möglichkeiten: Freiwilliges Soziales Jahr, ein Studium und die Ausbildung. In der Serie „Lehrjahre“ stellen wir verschiedene Ausbildungsberufe vor. Heute: der Produktionstechnologe.

Ditzingen - Nach dem Schulabschluss gibt es viele Möglichkeiten: Freiwilliges Soziales Jahr, ein Studium und die Ausbildung. In der Azubi-Serie „Lehrjahre“ unserer Azubi-Initiative zett stellen wir verschiedene Ausbildungsberufe vor. Heute: der Produktionstechnologe

Jan Rauser und Yannic Burde sind Pioniere. Denn sie erlernen einen Ausbildungsberuf, den es erst seit 2008 beim Werkzeugmaschinenbauer Trumpf gibt: Produktionstechnologe. „Wir verknüpfen das Produktionssystem mit dem Handwerk und der Mechanik“, sagt der 20-jährige Burde. Zusammen mit seinem Kollegen arbeitet er seit September 2011 am Standort Ditzingen. Die angehenden Produktionstechnologen im zweiten Lehrjahr erfüllen unterschiedlichste Aufgaben. „Zu meinen Aufgaben gehört es, Stanzwerkzeuge zu fräsen“, sagt Burde. Ein halbes Jahr bleiben die Auszubildenden in den unterschiedlichen Abteilungen. „In vielen Abteilungen organisieren wir Auszubildenden die Aufgabenverteilung selbstständig“, sagt Jan Rauser. Produktionstechnologen analysieren, simulieren und optimieren Produktionsprozesse.

„Der neue Beruf bietet für die Zukunft viele Chancen“

Der 20-Jährige aus Grafenau ist über Bekannte und das Internet auf den neuen Beruf aufmerksam geworden. Gereizt hätten ihn die Abwechslung und die Zusammenarbeit mit anderen. Ähnlich ging es auch Burde. Er hatte sich als Industriemechaniker bei Trumpf beworben und wurde vom Unternehmen auf seine jetzige Lehre aufmerksam gemacht. „Der neue Beruf bietet für die Zukunft viele Chancen, und mich hat die Herausforderung gereizt, den Beruf auch im Unternehmen bekannter zu machen“, sagt er. Beide Auszubildende betonen, dass technisches Grundverständnis und Kenntnisse in Mathematik und Physik wichtig seien, aber auch andere Werte im Alltag entscheidend seien. „Wichtig ist, dass man neugierig und offen ist und aufmerksam für die noch so kleinsten Details“, sagt Rauser. Im Laufe der Ausbildung hat sich dieser Blick für die kleinsten Kleinigkeiten noch verstärkt. „Mir fällt sofort auf, wenn etwas nicht rund läuft“, sagt Burde. Außerdem wollen die beiden jungen Männer jetzt immer ganz genau wissen, wie etwas abläuft. „Als ich das letzte Mal im Freizeitpark war, habe ich mir überlegt, wie wohl eine Achterbahn ganz genau funktioniert“, sagt Rauser.

Sollten sie in der Ausbildung nicht schon genug über das genaue Hinsehen gelernt haben, besteht die Möglichkeit, sich weiterzubilden. In drei bis sechs Monaten können sich Produktionstechnologen im Unternehmen zum Prozess- und Applikationsexperten qualifizieren. „Applikationsexperten sind das Bindeglied zwischen unserer Produktion und den Wünschen der Kunden“, sagt Burde. Die Handwerkskammer bietet zusätzlich die Möglichkeit, eine Fortbildung zum Produktionsmanager zu absolvieren. Auch diese Möglichkeiten, sich weiter- und fortzubilden, haben den Auszubildenden die Entscheidung für den Beruf des Produktionstechnologen vereinfacht.

Gleitzeit gefällt den Auszubildenden

Ursprünglich wollte Yannic Burde Industriemechaniker oder Kfz-Mechatroniker werden. Nach dem Realschulabschluss hat er sechs Bewerbungen geschrieben und drei Jobangebote bekommen. Während der Schulzeit hatte er schon ein Praktikum in einer Kfz-Werkstatt gemacht. Für ihn war klar, dass er einen handwerklich-technischen Beruf erlernen möchte. Jan Rauser dagegen hat während der Schulzeit einen Blick in ein ganz anderes Berufsfeld geworfen. „Ich habe mir den Beruf des Kochs ­angeschaut. Es hat viel Spaß gemacht, die Arbeitszeiten waren aber nicht gut“, sagt er.

Seine jetzigen Arbeitszeiten gefallen ihm dagegen besser. „Wir haben Gleitzeit. Ich arbeite von 7 bis 15.20 Uhr“, sagt der 20-Jährige. Da bleibt noch genug Zeit, sich mit Freunden zu treffen oder Basketball und Fußball zu spielen. Rückblickend auf die Schulzeit, stellt Jan Rauser fest, dass ihm Erfahrungsberichte von anderen am meisten bei der Berufsorientierung geholfen haben. „Ehemalige Schüler haben mir erzählt, wie sie zu ihrem Beruf gekommen sind und was wichtig ist“, sagt er.

Regelmäßig besuchen die beiden angehenden Produktionstechnologen die Berufsschule. Dort wird das Wissen aus dem Betrieb vertieft und ausgebaut. „Wir lernen, wie man Werkzeuge so einsetzt, dass der Verschleiß minimiert wird“, sagt Rauser. Yannic Burde gefällt an der Berufsschule, dass die Lehrer ihm mit mehr Respekt entgegentreten als noch auf der Realschule. „Dafür wird auch mehr erwartet“, sagt er.

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