Auszeichnung in Bad Cannstatt Ehrenmünze für Werner Egly

Von Julia Bayer 

Stolz zeigt Werner Egly seine Ehrenmünze samt Urkunde. Foto: Julia Bayer
Stolz zeigt Werner Egly seine Ehrenmünze samt Urkunde.Foto: Julia Bayer

Seit 57 Jahren singt Werner Egly die Bassstimme im Chor. Seit 1973 ist er im Vorstand der Cannstatter Chorvereinigung. Für sein langjähriges Engagement hat der 75-Jährige nun die Ehrenmünze der Stadt verliehen bekommen.

Bad Cannstatt - Vor 57 Jahren hat sich Werner Egly für den Chor entschieden. Seither singt er Bass. 1958 ist der Bad Cannstatter mit damals 18 Jahren in den Jugendchor des Männergesangsvereins (MGV) Concordia eingetreten – „weil es da so viele Mädchen gab“, scherzt der heute 75-Jährige. Beim Singen im Chor allein ist es jedoch nie geblieben, seit Jahren engagiert sich Werner Egly auch im Vorstand. Für dieses Engagement wurde er nun mit der Ehrenmünze der Stadt Stuttgart ausgezeichnet.Die vielen Mädchen beim MGV Concordia hin oder her – seine spätere Frau Ursula sang bei der Konkurrenz, dem Chor Frohsinn. „Und dann gab es da noch den Liederkranz“, erinnert sich Werner Egly an die Blütezeiten des Chorgesangs in Bad Cannstatt. Irgendwann begannen alle drei Chöre aber zu schrumpfen, 1973 wurden sie schließlich zur Cannstatter Chorvereinigung (CCV) zusammengeschlossen – und Werner Egly in deren Vorstand gewählt.

Das Singen im Laienchor sei nicht mehr so beliebt

„Ich habe mich überreden lassen“, sagt Egly heute. So schlecht hat ihm das Amt aber wohl nicht gefallen. 1991 ließ er sich vom Stellvertreter zum Präsidenten wählen – und der ist er bis heute. Viel Arbeit machten vor allem die Veranstaltungen rund um die eigentliche Chorarbeit, erinnert sich Egly. Ob Maimarkt, Niklasmarkt oder Tag des Liedes – die Cannstatter Chorvereinigung war überall vertreten, wo sie sich als Verein präsentieren konnte.

Bis heute schreibt Werner Egly viermal pro Jahr die Vereinszeitung, kümmert sich um Probenräume, organisiert Ausflüge des Chors. Die Feste im Stadtbezirk seien leider weniger geworden, bedauert er. Und auch der Chor ist während seiner Amtszeit geschrumpft – und gealtert. Nachwuchs zu finden, macht den rund 40 aktiven Sängern, alle Ü 70, immer mehr Probleme. „Die Zeiten haben sich geändert“, sagt Egly. Das Singen im Laienchor sei einfach nicht mehr so beliebt. Trotzdem hält er die Fahne für die CCV hoch. Jedes Frühjahr tritt der Chor im Bezirksamt auf und gegen Jahresende in der Dreifaltigkeitskirche in Münster.Neben dem Engagement für die Sänger ist der ehemalig Werbeleiter der Firma Mahle seit 2003 auch im Vorstand der Vereinigung Cannstatter Vereine (VCV) tätig. „Auch da wurde ich überredet“, sagt der zweite Vorsitzende und lacht. Als größten Erfolg in diesem Engagement bezeichnet Egly die Neuauflage der Kurparkkonzerte in der historischen Konzertmuschel, die bis 2005 lange pausiert hatten. „So eine Bühne gibt es im Umfeld nirgends. Wenn man so etwas schon hat, muss man auch was draus machen“, sagt Egly, der abgesehen von der Bundeswehrzeit sein ganzes Leben in Bad Cannstatt verbracht hat.

Die Neuauflage der Kurparkkonzerte ist der größte Erfolg

Wenn zwischen diesen Engagements noch Zeit bleibt, organisiert der Mann aus dem Muckensturm für eine Gruppe ehemaliger Mahle-Kollegen sechs Treffen pro Jahr. „Die Externler“ nennen sie sich. Mal geht es in verschiedene Städte in Baden-Württemberg, mal in eine Ausstellung in Stuttgart „oder auch einfach in den Besen in Cannstatt“, sagt Egly. Das nächste Ausflugsziel der Externler steht schon fest: „Im Frühling geht es auf den Fernsehturm.“

Redaktion Bad Cannstatt

Ansprechpartner
Annina Baur und Rebecca Stahlberg
cannstatt@stz.zgs.de

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