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Aushänge in Stuttgart Panikmache mit falscher Warnung vor Sextäter

Von Wolf-Dieter Obst 

Klingt dramatisch, ist aber frei erfunden: Auf Plakaten wird vor einem Vergewaltiger gewarnt Foto: StN
Klingt dramatisch, ist aber frei erfunden: Auf Plakaten wird vor einem Vergewaltiger gewarntFoto: StN

Ein Hoax ist eine Falschmeldung, die übers Internet oder andere Wege verbreitet wird, damit gutgläubige Menschen die Meldung arglos weiterverbreiten. Früher hat man Kettenbrief dazu gesagt. Neuerdings hängen Plakate an Haltestellen und Parkhäusern. Ihr Inhalt ist – eine Falschmeldung.

Stuttgart - Die „Warnung an alle Frauen“ ist überall in der Innenstadt ausgehängt, an Haltestellen, aber auch im Parkhaus am Rathaus. Gewarnt wird vor einem angeblich brutalen Vergewaltiger, der junge Frauen am Bahnsteig im Hauptbahnhof überfallen würde.

Der Urheber will wohl eher Panik schüren: Sein von ihm erwähnter Fall vom 27. September ist frei erfunden. „Die Plakate sind uns bekannt“, sagt Polizeisprecher Thomas Geiger, „dabei handelt es sich aber um eine gezielte Falschmeldung.“ Der Unbekannte behauptet, das letzte Opfer sei am Bahnsteig zur U 15 am Hauptbahnhof am 27. September um 2.45 Uhr attackiert worden – und rät den Passantinnen: „Haltet euch nicht alleine am Hauptbahnhof auf!“

Freilich: Es ist ohnehin wenig sinnvoll, sich an einem Sonntag um 2.45 Uhr auf dem Bahnsteig der unterirdischen Stadtbahn-Haltestelle aufzuhalten – zu diesem Zeitpunkt fährt keine Bahn der SSB. Die beschriebene Örtlichkeit ist zudem in der Klett-Passage gelegen, einige Meter vom eigentlichen Bahnhofsgebäude entfernt.

Für Unruhe sorgt indes ein anderer Fall, der sich am 12. Oktober in zwei Stadtbahnen der Linien U 2 und U 9 sowie anschließend in der Franz-Schubert-Straße in Botnang abgespielt haben soll. Eine 28-Jährige wurde von einem Unbekannten verfolgt und immer wieder sexuell belästigt. In Botnang schließlich vergewaltigte er sein Opfer schließlich. Die Kripo hat inzwischen die Bilder der Videoüberwachung aus den Stadtbahnen vorliegen. Darauf ist ein etwa 60-jähriger Tatverdächtiger zu erkennen. DNA-Spuren sind ebenfalls gesichert, eine Abklärung über die Datenbank läuft noch.

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