Ausgliederung Wohin führt der Weg des VfB Stuttgart?

Von Gregor Preiss 

Bei der Zukunf Foto: Baumann
Bei der ZukunfFoto: Baumann

Diskutieren Sie mit! Der VfB möchte seine Fußballer gerne in eine AG ausgliedern, die Mitglieder wollen vor allem eines: Mehr Mitsprache.

Stuttgart - Wohin führt der Weg des VfB Stuttgart: sportlich, aber vor allem in seiner Struktur als Verein? Diese Frage treibt die rund 45 000 Mitglieder um, seit der Vorstand um Präsident Bernd Wahler seine Pläne zur Ausgliederung der Fußballabteilung offen zur Diskussion gestellt hat. Nun hat der VfB die Beiträge der Zukunftswerkstatt vom 28. Februar in einer Wunschliste („Handlungsempfehlungen“) zusammengefasst.

Darin wird vor allem eines deutlich: Die weiß-rote Basis wünscht sich künftig mehr Mitsprache. „Regionalversammlungen in Satzung verankern“ lautet ein Vorschlag der Runden Tische. Eine weitere Forderung zielt auf die Auswahl des Führungspersonals, in erster Linie des Präsidenten. Möglichst mehrere Kandidaten sollen künftig direkt durch die Mitglieder statt wie bisher durch den Aufsichtsrat vorgeschlagen werden.

Fananleihen als Gegenvorschlag

Zum Thema Ausgliederung, dem Kern der Agenda Vereinsentwicklung, lässt sich folgendes Stimmungsbild ablesen: keine Ausgliederung ohne Vertrauen. Dieses ist demnach nicht in ausreichendem Maße in die Vereinsführung vorhanden. Viele Mitglieder zweifeln die Nachhaltigkeit einer einmaligen Finanzspritze durch den möglichen Investor Daimler (im Raum stehen 50 bis 80 Millionen Euro) an. Ein häufig genannter Gegenvorschlag sind Fananleihen oder Crowdfunding (eine Art Spendensammeln).

Das letzte Wort hat die Mitgliederversammlung am 17. Juli. Dort wird über eine mögliche Satzungsänderung abgestimmt.

8 Kommentare

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Alle Argumente und Fragen, die bisher hier diskutiert und aufgeworfen wurden, spiegeln im Großen und Ganzen die aktuelle Diskussionslage wieder. Es stimmt, Vereinsentwicklung muss nicht Auslgliederung heißen. Es stimmt, dass Geld alleine sicher nicht den Erfolg bringt. Es stimmt auch, in der Vergangenheit wurden Fehler gemacht. Es stimmt, die Entwicklung in der Bundesliga ist rasant und der VfB droht abgehängt zu werden. Bringt es etwas die Abstimmung zu verschieben ? Wohl kaum, denn die Argumente leigen auf dem Tisch. Jedes Mitglied kann sich eine Meinung bilden. Ich denke man sollte als Mitglied, die geht es in erster Linie an, auch daran denken was haben wir heute an Mitgestaltungs- und Mitsprache Rechten ? So gut wie keine. Es wäre hilfreich, wenn die Erinnerung daran weiter lebendig bleibt, dass die aktuelle Satzung des VfB Stuttgart ein System darstellt, in welchem ein innerer Zirkel von Verantwortungsträgern sich gegenseitig in die Ämter berufen und oder wählen lassen kann. Daran hatte sich in den letzten Jahren auf den Mitgliederversammlungen immer wieder die Diskussion entzündet. Da die heutige Vereinsführung mit dem Vorhaben der Ausgliederung nun selbst den Anstoss gibt, dass mit diesem Vorhaben zwingend die Satzung grundsätzlich erneuert werden muss, sollte wir als Mitglieder die Gunst der Stunde nutzen und damit eine Stärkung der Mitglieder Mitsprache- und Gestaltungsrechte durchsetzen. Das ist die Chance, das ist die Vereinsentwicklung. Das Geld ist dann ein netter Nebeneffekt.

Ich teile Ihre Einschätzung zur aktuellen Satzung des VfB Stuttgart. Deshalb halte ich es auch für den richtigen Ansatzpunkt, dass nun im Zuge der Vereinsentwicklung die Mitsprache- und Gestaltungsrechte der Mitglieder gestärkt werden. Dies kann und sollte aber unabhängig von einer Ausgliederung geschehen. Denn was nutzen einem im Falle einer ausgegliederten Lizenzspielerabteilung erweiterte Mitspracherechte im e.V. , wenn die Mitgliederschaft nahezu keinen Einfluß mehr auf die Vorgänge in der AG hat?

Warum verkauft der Verein nicht Anteile an die Mitglieder statt an einen Investor?

Ich hoffe, dass die VfB-Gemeinde nicht blind dem Ruf des schnellen Geldes folgt, sondern den Verstand einschaltet. Dafür ist es Voraussetzung, dass sich die Mitglieder ihrer Verantwortung bewusst werden und sich mit dem Thema auch inhaltlich auseinandersetzen. Vereinsentwicklung bedeutet nicht zwangsläufig, den Verein in eine Kapitalgesellschaft zu entwickeln. Und eine Kapitalgesellschaft bedeutet weder garantierten sportlichen Erfolg noch nachhaltiges und wirtschaftliches Arbeiten und schon gar nicht die gewünschte Mitbestimmung. Die bedingungslose Unterstützung einer Ausgliederung ist in meinen Augen ein nicht angebrachtes schwarz-weiß-Denken derjenigen, die nicht bereit sind, Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen.

Ich hoffe, dass die VfB Gemeinde diese Möglichkeit an Geld zu gelangen wahrnimmt und einer Ausgliederung zustimmt! Ich finde es schlimm, dass in den letzten Jahren immer nur auf die Vereinsführung und die leitenden Personen eingeprügelt wurde! Anscheinend verschließen viele Leute die Augen und sehen nicht, dass der Niedergang und das ständige Bangen um den Klassenerhalt einhergehen mit unseren veralteten und nicht mehr zeitgemäßen Strukturen. Deshalb unterstütze ich die Vorgehensweise unseres Präsidenten zu 100%. Wenn wir weiter nur von vergangenen Erfolgen erzählen und träumen und dabei tatenlos zusehen, wie sich andere Vereine immer mehr und teilweise uneinholbar von uns absetzen, dann wird der Weg des VfB, an dem mein Herz schon immer hängt, zwangsläufig in die 2. LIGA führen! Eine Vorstellung die kaum zu ertragen ist! Also Mitglieder, bitte geht einen neuen Weg mit! Nicht das wir uns sonst alle vorwerfen müssen, wir haben tatenlos zugesehen wie unser Herzensverein untergeht. Jetzt haben wir alle mal die richtige Chance bekommen (Dank der Vorgehensweise des Präsidiums) maßgeblich an der Entwicklung und somit auch hoffentlich an einer besseren Zukunft des VfB mitzuwirken!

"Anscheinend verschließen viele Leute die Augen und sehen nicht, dass der Niedergang und das ständige Bangen um den Klassenerhalt einhergehen mit unseren veralteten und nicht mehr zeitgemäßen Strukturen." Ich sehe den Zusammenhang tatsächlich nicht. Bitte klären Sie mich auf.

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