Ausbildung Kaufleute für Dialogmarketing – Ein Ohr für die Kunden

Von Andrea Wyrwoll 

Maria Oliveira da Cruz (links) und Daniel Marinho Moreira an ihrem Arbeitsplatz bei der AOK

BERUF: Kaufleute für Dialogmarketing

SCHULABSCHLUSS: Realschulabschluss

INHALT: Betreuung von Kunden, Berechnung von Versicherungsbeiträgen,Telefonische und persönliche Beratung

DAUER DER AUSBILDUNG: 3 Jahre

GEHALT: 1. Jahr 831Euro, 2. Jahr 893 Euro, 3. Jahr 955 Euro Foto: Leif Piechowski
Maria Oliveira da Cruz (links) und Daniel Marinho Moreira an ihrem Arbeitsplatz bei der AOK
BERUF: Kaufleute für Dialogmarketing
SCHULABSCHLUSS: Realschulabschluss
INHALT: Betreuung von Kunden, Berechnung von Versicherungsbeiträgen,Telefonische und persönliche Beratung
DAUER DER AUSBILDUNG: 3 Jahre
GEHALT: 1. Jahr 831Euro, 2. Jahr 893 Euro, 3. Jahr 955 Euro Foto: Leif Piechowski

Nach dem Schulabschluss gibt es viele Möglichkeiten: Freiwilliges Soziales Jahr, ein Studium und die Ausbildung. In der Serie „Lehrjahre“ stellen wir verschiedene Ausbildungsberufe vor. Heute: Kaufleute für Dialogmarketing.

Stuttgart - Nach dem Schulabschluss gibt es viele Möglichkeiten: Freiwilliges Soziales Jahr, ein Studium und die Ausbildung. In der Ausbildungs-Serie „Lehrjahre“ unserer Azubi-Initiative zett stellen wir verschiedene Ausbildungsberufe vor. Heute: Kaufleute für Dialogmarketing.

Seinen Ursprung hat der Beruf der Kaufleute für Dialogmarketing in großen Kommunikations- und IT-Unternehmen. Aber auch bei Versicherungen und Krankenkassen findet dieser Ausbildungsberuf immer mehr Anhänger. Kaufleute im Dialogmarketing sind viel im Außendienst unterwegs. „Wir beraten Kunden über die Leistung der Krankenkasse“, sagt Daniel Marinho Moreira. Der 29-Jährige ist dabei, seine dreijährige Lehre bei der AOK, einem Teilnehmer der zett-Initiative, zu beenden. So kommt es häufig vor, dass der junge Mann seine Kunden zu Hause besucht und mit ihnen gemeinsam auf dem Sofa sitzt. Im Gespräch unter vier Augen sei Beratung oft viel leichter als am Telefon. „Da darf man nicht schüchtern sein“, sagt Maria Oliveira da Cruz , Lehrling im zweiten Ausbildungsjahr. Engagement und Zielstrebigkeit seien hilfreich, wenn man die Kunden informieren und überzeugen wolle.

Da die beiden Auszubildenden in ihrem Job viel in Kontakt mit Menschen stehen, ist es auch wichtig, freundlich und höflich zu bleiben. Während der Lehre gehört es auch zur Aufgabe der Auszubildenden, Kundenanrufe anzunehmen. Am anderen Ende der Leitung trifft man dann auch auf Menschen, die verärgert sind oder sich beschweren wollen. „Da heißt es Ruhe zu bewahren und auf den Kunden einzugehen“, sagt Marinho Moreira. Wie man das am besten macht, lernen die Auszubildenden in der Theoriephase. Zwei- bis dreimal pro Jahr werden die Nachwuchskräfte zwei Wochen lang in verschiedenen Lehrgängen geschult. „In Rollenspielen üben wir, mit Beschwerden und Sorgen der Kunden umzugehen und auf ihre Wünsche zu reagieren“, sagt er. Darüber hinaus stehen die Fächer kaufmännisches Wissen, Wirtschaft und Sozialkunde auf dem Plan. „Wir lernen auch, wie man individuelle Versicherungsbeiträge berechnet“, sagt Oliveira da Cruz.

Den beiden Lehrlingen gefällt besonders, dass sie selbstständig arbeiten können. Gerade wenn sie im Außendienst tätig sind und Kunden besuchen, ist das besonders wichtig. „Bei Terminen richten wir uns nach den Kunden“, sagt der 29-Jährige. Wenn ein Gespräch am Abend stattfinde, würde er am Morgen etwas später kommen. Gleitzeit mache dies möglich. Wenn die beiden an ihrem Schreibtisch bleiben, sind das Telefon und der Computer die wichtigsten Arbeitsmittel. Der persönliche Kontakt im Gespräch bereitet den beiden Auszubildenden aber mehr Freude.

Der Umgang mit Menschen war für Daniel Marinho Moreira der Grund, einen neuen Beruf zu erlernen. Nach der Schule hatte er eine Ausbildung zum Industrielackierer absolviert und auch eine Zeit lang in dem Beruf gearbeitet. „Gespräche mit Menschen haben mir dabei aber gefehlt“, sagt er. Außerdem habe er als Industrielackierer wenig Weiterbildungschancen gesehen.

Aus diesen Gründen entschied er sich, noch einmal die Schulbank zu drücken, um dann einen neuen Beruf zu lernen. Ein Praktikum gab den Ausschlag für den Beruf des Kaufmanns für Dialogmarketing. Sorgen, dass er die falsche Entscheidung getroffen habt, hatte Marinho Moreira nie. „Ich wusste ja, was ich will und was nicht“, sagt er. Auch Maria Oliveira da Cruz hat sich nach einem Praktikum für die Ausbildung entschieden. „Ich habe auch mal im Kindergarten hospitiert, aber für den Job habe ich nicht die nötige Gelassenheit“, sagt sie. Beiden Lehrlingen hat das Schupperpraktikum bei ihrem jetzigen Arbeitgeber geholfen, mit klaren Erwartungen in die Lehre zu gehen. Denn davor war auch den beiden nicht so klar, was man im Dialogmarketing eigentlich macht.

Zehn Bewerbungen an verschiedene Unternehmen hat Daniel Marinho Moreira geschrieben, bis er die Zusage für seinen Ausbildungsplatz bekommen hat. Bei den anschließenden Bewerbungsgesprächen hat ihm geholfen, dass er das alles schon einmal erlebt hat. „Beim zweiten Mal geht es viel leichter“, sagt er. Seine Kollegin Maria Oliveira da Cruz hat sich mit ihren Freunden über Bewerbungen und Auswahlgespräche ausgetauscht.

Seit dem zweiten Lehrjahr betreut Daniel Marinho Moreira sein eigenes Kundengebiet für die Krankenkasse. „Zuständig bin ich für die Menschen in Stuttgart-Weilimdorf“, sagt er. Diese Zuständigkeit wird er auch behalten, da er nach dem Ende seiner Ausbildung von der Krankenkasse übernommen wird. Dort bieten sich für ihn dann auch die gewünschten Weiterbildungsmöglichkeiten. Intern kann sich der junge Mann zum Betriebswirt fortbilden oder als Teamleiter Verantwortung für zehn weitere Mitarbeiter übernehmen. „Jetzt möchte ich aber erst mal Arbeitserfahrung sammeln“, sagt Marinho Moreira.

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