Stuttgart - Der solide wirtschaftliche Aufschwung hat auch den Sparkassen in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr gute Geschäfte beschert. Unter dem Strich verdienten die 53 regional organisierten Institute im Südwesten 904 Millionen Euro und damit 6,5 Prozent mehr als 2010, wie der Sparkassenverband Baden-Württemberg am Donnerstag in Stuttgart berichtete.
Millionenschwere Abschreibungen schmälern die Bilanz
Jedoch schmälerten auch unter den guten konjunkturellen Bedingungen millionenschwere Abschreibungen die Bilanz des bundesweit größten Sparkassenverbunds: Seine Beteiligung an der Landesbank Berlin und faule Wertpapiere sorgten für den Löwenanteil der insgesamt 425 Millionen Euro Wertberichtigungen.
So positiv wie nie lief es dagegen bei den Abschreibungen auf Kredite. Für gewöhnlich müssen die Südwest-Sparkassen im Schnitt pro Jahr mit 440 Millionen Euro Ausfall rechnen - 2011 waren es dagegen nur knapp 50 Millionen Euro. Der Präsident des Sparkassenverbandes, Peter Schneider, führte das auf die gesunde Situation der vielen Betriebe im Südwesten zurück. Das zeige sich auch daran, dass die Einzahlungen der Unternehmen und Selbstständigen seit 2007 um rund 50 Prozent auf nun 17,5 Milliarden Euro gestiegen seien.
„In dieser Entwicklung spiegelt sich auch die Liquidität der Firmen“, sagte er. Für das abgelaufene Jahr wird der Verbund 388 Millionen Euro Ertragssteuern an die jeweiligen Gemeinden zahlen. Zum Vergleich: Im Krisenjahr 2008 war es weniger als die Hälfte (179 Millionen Euro).
