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Auf gut Schwäbisch Was bedeutet "Bênagl"?

Roland Groner, vom 05.09.2011 14:35 Uhr
Was bedeutet Benagl? Foto:
Was bedeutet Benagl? Foto:

Leser Herbert Vobornik wohnt in Backnang-Unterschöntal. Wie er schreibt, wurden nach einer Überlieferung die Einwohner von Schöntal in "alter" Zeit von den Einwohnern der Umlandgemeinden "B-Nagel-Schmeisser" genannt. Bisher konnte ihm niemand sagen, was ein B-Nagel ist beziehungsweise wie das Gerät aussieht. Er weiß nur, dass es zum Einbringen der Ernte eingesetzt wurde. - Nun, das ist schon etwas, aber was ist ein B-Nagel? Bei dieser Recherche heißt es, langsam und besonnen vorzugehen.

Bei der Nachforschung, ob es einen Nagel namens B-Nagel gibt, zeigt sich kein Erfolg. Damit scheidet diese Bezeichnung aus. Was könnte dann infrage kommen? Möglich wäre ein Wort, bei dem das "B" als "Be" zutreffend wäre, wie beispielsweise in der Vorsilbe "be-" - doch die Begriffe "benageln" und "Benaglung" erbringen keinen Sinn. Versuchen wir es in unserer schwäbischen Sprache, hier gibt es ja das Wort "(i) bê", auf Deutsch "ich bin", und daraus könnte die Fährte zu einem "Bin-Nagel" führen.

"Heureka!" (griechisch: "Ich hab's gefunden") - in Fischers Wörterbuch strahlt einem das Wort "Bindnagel" in der schwäbischen Aussprache "Bênagl" entgegen. Es bedeutet "Pflock, mit dem das Garbenband mit einer Schleife geschlossen wird".

Da die jüngere Generation sich damit keinen Reim machen kann, hier eine Erklärung. Vor 50/60 Jahren wurden die Getreidefelder noch nicht mit Mähdreschern gemäht, die an Ort und Stelle auch sofort die Körner aus den Ähren dreschen, sondern damals musste das Getreide mit der Sense gemäht werden. Für den Transport in die Scheune war es erforderlich, das Getreide zunächst in Garben zusammenzubinden. Dazu benutzten die Bauern farbige Seile, sogenannte "Garbåsòele/-sòåle", an deren einem Ende sich ein hölzerner Knebel, auch "Gletzle" ( = Klötzchen) genannt, befand. Um diesen herum wurde das Seil geschlungen. Der Bindnagel ist ein anderer Begriff für dieses Klötzchen.

Neben dem Bênagl gibt es noch andere schwäbische Sprechformen: Das sprachlich einfachste ist Bêndnagl, dann Bêdnagl und noch der Bãêdnagl. In allen Formen steckt das nasale "ê" aufgrund des folgenden "n", wenn jedoch dieses "n" nicht gesprochen wird, bleibt nur das "ê", was Schwäbisch nicht so Kundigen ein Problem sein dürfte. Bãêdnagl hat den gleichen Doppellaut für die Silbe "in" wie Lãêså, fãêschdr u. a.

Der Spruch des Tages kommt von Leser Hans-Dieter Mechler aus Stuttgart. Er schreibt: "Unsere Oma kommentierte schlechte Nachrichten (meist aus der Wirtschaft) trocken: ,Liabe Leid, kaufed Kemm, s'kommet lausige Zeiten!'"

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SEP
27
05:20 Uhr, geschrieben von Walter Muckenfuss aus Neuffen
Groddlá
Mein Großvater war Graddámacher(Korbmacher) Karl Schlegel aus Neuffen. Er machte spezielle Graddá für die Landwirtschaft. So z.B. einen Seida-Graddá zum Kirschen pflücken, der war oval und wird mit einem Gürtel an der Seite des Körpers getragen. Haben wir heute noch im Einsatz. Dann machte er einen Semmricha-Graddá, zum Holz in den Heizraum zu tragen, oder bei der Kartoffelernte wurde er verwendet, der hatte 2 Henkel, man konnte so ca 20 kg Kartoffeln tragen. Bei der Fertigung dieses Graddá durften wir Kinder innen rein sitzen als Beschwerung. Was besonderes war der Wäsch-Graddá, der war so 1,50 hoch, war bauchig geformt, innen mit Stoff ausgekleidet und mit Deckel. Dort hinein kam die schmutzige Wäsche.Als Kind konnte man sich toll drin verstecken. Auf seinem Grabstein stand aber "Korbmacher Karl Schlegel.
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Woher stammt der Begriff „Luggeleskäs“?
Ute Wilhelm aus Weinstadt möchte wissen, woher der Begriff Luggeleskäs kommt und wie man ihn herstellt.
Zwei schwäbische Begriffe
Irene Kurz von Stuttgart vermutet, dass das Wort „Pfloamabom“ nicht aus dem Raum Stuttgart kommt.
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