Auf gut Schwäbisch Ons Schwoba kennet älle

StN, 24.01.2013 16:51 Uhr

Stuttgart - Nach dem langen Spätzlegedicht nun ein kurzes – eingesandt von Brigitte Klein aus Leinfelden-Echterdingen. Sie schreibt: „Früher hieß es:

Schbätzla, Nudla ond au Flädla

sottichs mögat Schwobemädla.

Dromm so nedig wia a Bedd

brauchad se a Schbätzlesbrett.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich (Jahrgang 1940) keine Spätzle schaben kann, da ich in einem großen Haushalt gelernt habe, und da war keine Zeit zum Schaben. Dafür kann es meine 21-jährige Enkelin. Ich benutze halt die Presse Marke ,Spätzlesschwab‘.“

Aus aktuellem Anlass – der Verleihung der Narrenschelle an Bundestagsvizepräsident und Schwäbisch-Kritiker Wolfgang Thierse am Mittwochabend in Rust – veröffentlichen wir ein Gedicht, das uns Volker Walz aus Stuttgart zur Verfügung gestellt hat. Es stammt aus dem Buch „Heilig’s Blechle“ von Otto Keller und ­datiert nach Meinung von Volker Walz vermutlich aus den 1920er Jahren:

Der Schwob ond dr Berliner

Am ronda Tisch em blaua Schtern

do hocket zwoi beinander.

Dr oine isch von Schtuegert gwä

ond von Berlin dr ander.

Der guate Schwob, der schwätzt

net viel,

er guckt bloß ganz betroffa,

wia dem Berliner ’s Maulwerk goht,

’s isch wia a Mühlrad g’loffa.

Er fendet Schtuegert fei ,ganz nett‘,

jedoch ,Balin‘ viel scheener,

ond moint noch dritthalb

Schtond zom Schluss:

,Ja, ja, Freund uns kann keener!‘

,So, eich ka koiner‘, secht dr Schwob,

,mir send net von de selle,

bei ons isch’s grade Gegatoil,

ons Schwoba kennet älle! Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Wolfgang Dalferth aus Leinfelden-Echterdingen (Stetten). Er schreibt: „Mein Vater, ein durch und durch schwäbische Sparsamkeit vorlebender Mensch, konnte es nicht ,verbutza‘, wenn irgendwo im Haus unnötig Licht eingeschaltet war. Sein barscher Spruch dazu lautete: , Muaß des sei, dass mr da scho wiedr a Loch en d’r Dag neibrennd?‘“

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