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Auf gut Schwäbisch Jenseitige Schwabentore

maw, vom 30.08.2010 10:45 Uhr
Blick auf das Schwabentor in Freiburg Foto: dpa
Blick auf das Schwabentor in Freiburg Foto: dpa

Eines der beiden noch erhaltenen Stadttore in Freiburg ist das Schwabentor. Anerkennend ist das nicht gemeint, eher spöttisch. Durch das Schwabentor verläuft nämlich die Salzstraße, ein alter Handelsweg. Seit dem Jahr 1682 ist auf der Seite zur Stadt hin das Bild eines Fuhrmanns zu sehen. Der Legende nach wollte ein Schwabe Freiburg kaufen: Als er mit seinen zwei Fässern ankam, lachten ihn die Freiburger aus - und erst recht, als er diese öffnete. Denn statt Münzen kamen nur Sand und Kieselsteine zum Vorschein. Vor seinem Reiseantritt hatte seine Frau das Geld heimlich herausgenommen und die Fässer mit weniger Wertvollem gefüllt.

Vielleicht hängt das gespannte Verhältnis ja mit der Gründungsgeschichte der Stadt im Breisgau zusammen. Berthold II. von Zähringen, Spross eines schwäbischen Fürstengeschlechts, ließ sich im Jahr 1091 auf dem Schlossberg in Freiburg eine Burg bauen. Sein Sohn Konrad verlieh 1120 der Stadt das Markt- und Stadtrecht. Nach dem Aussterben der Zähringer ging Freiburg an Graf Egino von Urach und später an dessen Nachfahren über. Ihrer entledigten sich die Freiburger Bürger nach 150 Jahren schließlich durch Freikauf und Anschluss an das Haus Habsburg.

Auch die schweizerische Stadt Schaffhausen hat übrigens ein Schwabentor. Eines nach Norden hin. Seit 1935 schmückt eine große Inschrift das Bauwerk: "LAPPI TUE D'AUGEN UF". Sollte der Lappi (schweizerdeutsch für Tölpel) am Schwabentor seine Augen offen halten, weil die Schwaben (in der Schweiz sind damit die Deutschen gemeint) auf diesem Weg in ihr schönes Städtchen eindringen könnten? Nein, heißt es in Schaffhausen. Schon damals sei der Verkehr rund um das Schwabentor sehr rege gewesen. Den Schülern der benachbarten Schule habe man lediglich vermitteln wollen, dass offene Augen wichtiger seien als alle Schulweisheiten.

 

 

 


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