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Auf gut schwäbisch Hock de net so phäb ã me nã!

Roland Groner, vom 09.11.2011 16:41 Uhr
 Foto: StN
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"Hock de net so phäb ã me nã!" Eine Aussage, wie man sie gelegentlich hören kann, wenn Leute nahe beieinander sitzen. Interessant ist insbesondere der Ausdruck phäb. Dieses Wort ist hier lautgetreu mit einem ph geschrieben, wobei dieses ph aber nicht als f wie bei Philosophie gesprochen wird, sondern als p mit einer Spur des Hauchlautes h dahinter.

Diese Schreibweise mit ph (es gibt auch die Form päb) führt uns zur Herkunft von phäb, nämlich zu dem Verb phebå bzw. behebå. Laut Fischers "Schwäbisches Handwörterbuch" bedeutet es behalten, festhalten. Unter phäb oder behäb verstehen die Schwaben zunächst einmal "fest schließend, dicht". So sollte der Verschluss auf einer Sprudelflasche phäb sitzen, damit die Kohlensäure nicht entweicht. Aber auch bei Menschen wird phäb in dieser Bedeutung benutzt, sofern sie mit der Krankheit der Inkontinenz belastet sind und demzufolge net phäb sind.

Ziehen Frauen eng anliegende Kleidungsstücke an, dann wird ebenfalls von phäb gesprochen, was zu der Bedeutung von "knapp" führt. Übertragen auf die Menschen selbst, erhält phäb auch die Bedeutung von genau und darüber hinaus von sparsam oder geizig. So können die Leute über einen knauserigen Mitbürger sagen: "Desch ånn arg Phäbr!"

Manche Leser werden sich fragen, wieso behäb vorne mit einem b gesprochen und geschrieben wird, phäb jedoch mit einem p. Das hat mit der Aussprache der Vorsilbe be- im Schwäbischen zu tun. Steht die Vorsilbe be- vor einem Wort, das mit h beginnt, hört man diese Silbe im Original wie bei behaldå, behiådå und auch bei behäb. Kürzt der ökonomisch eingestellte Schwabe jedoch die Vorsilbe be-, indem er auf das e einfach verzichtet, dann stoßen die Laute b und h direkt aufeinander, was zur Folge hat, dass sich der weiche Laut b in seinen harten Kontrahenten p verwandelt.

 

Kommentare (1)
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NOV
09
22:17 Uhr, geschrieben von I.Abt
"phäb"
In den 50-60ger Jahren trug man das 'kleine Schwarze', das sehr eng geschnitten war.Man lockerte es auf,mit einem langen farbigen Schal,oder auch mit schönen Großen Knöpfe,aus Perlmutt oder Goldknöpfe. Bei der Schneiderin habe ich mir so ein Kleid nähen lassen, und wollte ihr erklären wie ich es wünsche: Zur Antwort gab sie mir spontan: "Jo,jo i wois' scho, do ra Knepf ond do ra Knepf ond henda ganz phäb".
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