Stuttgart - Einleitend der Ausspruch eines jungen Schwaben – aufgeschrieben von Leserin Ilse Söll aus Urbach: „Im Schwimmbad saß eine junge Mutter auf einer Bank. Ihr Baby weinte unerbittlich. Sie legte das Baby an ihre Brust, um es zu stillen. Aber das Kind weinte herzzerreißend weiter. Ein kleiner Junge beobachtete das Geschehen. Schließlich sagte er zu der verzweifelten Mutter: ‚Des hätt’ i dir glei saga könna, dass der den Bolla Floisch et isst!‘“
Am 29. 12. vergangenen Jahres veröffentlichten wir ein Gedicht: „Der Pfarrer und das Ungeziefer“. Leser Rolf Hering aus Kornwestheim schickt uns dazu die Langversion:
Dr Pfarrer isch no net lang em Ort.
No goht er amol obends fort.
Er goht spaziera naus zom Flecka
aufs Feld ond suacht sich Deckelschnecka.
Doch wia er sich nach Schnecka buckt,
kommt’s Hannesa Jockl her ond guckt
a Weile zua ond said: ‚Ha wia,
Herr Pfarr bi Gott, was dend au Sia?‘
‚Ich suche Schnecken‘, geit der zruck.
‚So‘, sait der Jockel, ‚jetzt do guck,
ond wenn mr froga därf, zu was?‘
‚Zum Essen.‘ ‚Was, des ischt a G’spaß,
des glaub, wer will, Herr Pfarr, jetzt noi,
des ka doch gwiß Ihr Ernscht net sei!?‘
‚Gewiss, ich treibe keinen Spott!‘
‚Na mueß i’s glauba – jetzt b’hüat Gott!‘
Er goht ond drecht die Neuigkeit
glei nei ens Wirtshaus onder d’ Leut.
‚Höhrad‘, sait ’r, „mit em Pfarrer,
da send mr desmal net schlecht gfahra,
des ischt a Ma für ons Respeckt!
Der frisst sogar ’s O’ziefer weg!‘“
In unserer gestrigen Ausgabe tauchte die Frage nach der Herkunft des Wortes Blätz auf. Leser Bertram Fischer aus Stuttgart bemerkt dazu: „Ich gehe davon aus, dass ,Blätz’ aus der Jägersprache kommt und von ,plätzen’ stammt. Das sagt man, wenn der Rehbock oder der Hirsch mit den Vorderläufen den Boden aufwühlt, um damit anzuzeigen, hier bin ich zu Hause, hier bin ich der Chef.“
Leserin Christel Gerwig hat einige Fragen zu dem Spruch: „Hotta Blätz, hot’s Hemmed lätz.“ „Wann kam er zur Anwendung? War das ein Spruch, der nach dem Flicken gesagt wurde, oder bedeutet er sinngemäß: Jetzt ist etwas getan und fertig? Welche Wertung liegt in dem Ausspruch? War es eine ungeliebte Arbeit?“ Antworten veröffentlichen wir gerne. Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leser Volker Joas aus Weinstadt-Beutelsbach. Er schreibt: „Meine sportliche Tante Marta kam zu einem Familientreffen nicht mehr ganz so fit wie gewohnt. Auf die Frage nach ihrem Befinden antwortete sie: ,Oms Maul rom no guad.‘“ Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart , Stichwort: Schwäbisch, Fax: 07 11 / 72 05 - 73 09; E-Mail: land@stn.zgs.de