Stuttgart - Aus der Plattenhardter Wilderer-Tradition sind offensichtlich mehrere Lieder hervorgegangen. Eines haben wir in der Dienstagsausgabe veröffentlicht. Ein weiteres folgt hier: die „Plattenhardter Hymne“, eingesandt von Leser Willi Lösch aus Waldenbuch: Wer schleicht dort im nächtlichen Walde so einsam wildernd umher?
/:Wer hält in seiner Rechten so krampfhaft und fest sein Gewehr?:/
Halt Schurke, die Büchse herunter! So tönt es von drüben her.
/:Dich Wilddieb, dich such’ ich schon lange, von der Stelle kommst du mir nicht mehr!:/
Der Wilddieb, er gibt keine Antwort,er kennt seine sichere Hand.
/:Ein Knall und gleich drauf ein Aufschrei, und der Förster lag sterbend im Sand.:/
Drauf drückte der Wilddieb dem Förster die gebrochenen Augen zu.
/:Und flüstert ganz leise die Worte Gott schenke dir ewige Ruh’.:/
Er stellt sich im Dorf dem Gendarmen, gepeinigt von Reue und Not,
/:Gott schenk meiner Seele erbarmen, ich büß’ für des Försters Tod.:/
Vor einiger Zeit haben wir einen Brief von einer ausgewanderten Schwäbin aus Kanada veröffentlicht. Irmgard Litwin, die ihre Heimat vor 43 Jahren verlassen hat, sandte uns jetzt einen weiteren Beitrag. Sie schreibt: „Hier in der Prärie lebten schon seit 1870 deutsche Pioniere. Nach einem Pionier namens Heubach wurde sogar eine Ortschaft benannt. Dieser Mann hatte einen kleinen Laden an einem Pfad zwischen Fort Qu’Appelle und Fort Battleford in 1890. Da dieser Mann eine Glatze hatte, wurde er von den Indianern ,Punnichy‘ benannt, das bedeutet junger Vogel ohne Federn. Wir wohnten in Punnichy für zehn Jahre, in der Nähe sind drei Indianerreservate. Anschließend wurde mein Mann nach Fort Smith, Northwest Territory, versetzt. Auch dort hatten wir schöne Erlebnisse.“
Da wir schon beim Thema Geschichte sind: Ein köstlicher Beitrag stammt von Leser Eberhard Koch aus Leinfelden-Echterdingen: „Mein Onkle war zehn Jahre alt, als der Zeppelin wegen eines Motorschadens am 5. August 1908 bei Echterdingen notladen musste. Schnell sprach sich auch in Leinfelden herum, dass das Luftschiff am Boden zu bestaunen sei. Wie viele andere machte sich mein Onkel auf den Weg. Inzwischen aber hatte ein mächtiger Gewittersturm den Zeppelin vom Boden losgerissen. Er fing Feuer und verbrannte. Zu sehen war nur noch das Stahlgerippe. Lauschend stand mein Onkel in der diskutierenden Menschenmenge, als eine ältere Frau zu ihrem Nachbarn sagte: ,Jo, jo, dui Luuft ghaird halt onsere Vögel!‘ Derselbe antwortete: ,Ond onser Erdboda de Rendviecher‘! Sprach’s und verschwand in der Menge.“ Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leser Wolfgang Sauer aus Waiblingen. Er schreibt: „In einer Besenwirtschaft fragte ich meinen Tischnachbar, als er seine Schlachtplatte bekam: ,Langt dir des Kraut?‘ Antwort: ,Ja, guat!‘ ,No kasch mir dai Floisch gea!‘“ Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart , Stichwort: Schwäbisch, Fax: 07 11 / 72 05 - 73 09; E-Mail: land@stn.zgs.de