Auf gut Schwäbisch Dr Herrgott ond sai Schdiggle

StN, 20.02.2013 13:36 Uhr
Nachträge zu den jüngsten „Auf gut Schwäbisch“-Themen wollen wir den Lesern nicht vorenthalten.

Stuttgart - Nachträge zu den jüngsten „Auf gut Schwäbisch“-Themen wollen wir den Lesern nicht vorenthalten.

Gerhard Gall aus Affalterbach fiel bei der Eilagreid/Eulengreuth-Lektüre die Unterhaltung zwischen einem Pfarrer und einem Gartenbesitzer ein: „Der Pfarrer lobt den sehr gepflegten Zustand seines Gartens. Darauf meint der Hobbygärtner: ,Sia hedded des Schdiggle sea solla, mos dr Herrgott no alloa gschaffd hod.‘“

Von Gabriele Teufel aus Rielingshausen stammt dieser Eilagreid-Beitrag: „In ­meiner Kindheit in den fünfziger Jahren gab es eine Tante Frida und einen Onkel Fritz, beide hatten ein ,Eilagreid‘ in ­Esslingen in der Nähe vom Jägerhaus. Das Stückle war eine Idylle für uns Kinder. Durch das Grundstück plätscherte ein Bach.

Onkel Fritz, ein begnadeter Bastler, baute ein Wochenendhäuschen. Das war Luxus pur. Es gab im Schlafraum Stockbetten, und jedes Bett hatte einen Detektor (Radio) mit eigenem Kopfhörer.

Der Clou aber war das Plumps-Klohäuschen im Garten. Ein Herzchen zierte die Holztüre. Innen stand ein Sprüchlein, das ich bis heute nicht vergessen habe: ,Hier werden gesammelt von Mann und Frau Liebesgaben für den Ackerbau. Drum drücket und drucket mit aller Kraft, für die notleidende Landwirtschaft.‘“

Klaus Mägle aus Filderstadt schreibt zum gestrigen Beitrag von Herbert ­Häußermann („Wenn en Bonlanda a ­Hauzich ischd, fehlt en Balddert a Hond“): „Als einem Plattenhardter sein Hund ­abhandengekommen war, ging er nach Bonlanden und pfiff vor einer Metzgerei nach ­seinem Hund. Plötzlich wedelten alle schwarzen Würste, die in der Metzgerei an einem Haken hingen. So konnte dieser Vermisstenfall aufgeklärt werden.“

Auch Andreas Schwenzer aus Stuttgart bezieht sich auf den Beitrag von Herrn Häußermann: „Da sich die Bonländer und Plattenhardter schon immer gern gekabbelt haben, passt dieser Spruch ganz gut. Er wird aus Spaß auch heute noch in ­launiger Runde erzählt: ‚Die Bonländer sind Feinschmecker. Sie erkennen den Hund an der Soße.‘“

Andreas Schwenzer hat auch eine Anmerkung zum gestrigen Rezept „Spätzle mit Gugommer“ von Erika Walker: „Das Rezept erinnert mich stark an eine Mahlzeit, die meine Mutter früher – meistens samstags – kochte. Es hieß ,saure Gurkarädla‘ und wird wie saure Kartoffelrädle zubereitet. Dazu gab es entweder Saiten oder eine gebackene Schinkenwurst.“

Der gestrige Spruch des Tages wurde nicht korrekt wiedergegeben. Hier die vollständige Fassung von Walter Seeger aus Gäufelden-Öschelbronn: „,Mit em Alta ka mr’s Nuie nui erhalta.‘ Damit wurde ausgedrückt, dass man ein neu gekauftes Kleidungsstück oder neue Schuhe nicht immer gleich trug, sondern sparsam damit umging, indem man das Alte trotzdem immer wieder verwendete. Heute werden beim Schuhkauf oft die alten Schuhe in die Tüte verpackt und die neuen gleich angelassen – früher undenkbar.“ Der schwäbische Spruch des heutigen Tages kommt von Hans-Joachim Wayss aus Unterensingen: „Wenn d’Lokomotiv an Schurz anhätt, no dät i dera hendadreisaua.“

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