Stuttgart - Leserin Annerose Judenhahn hat uns ein amüsantes Gedicht geschickt, das sie von ihrer Mutter (Jahrgang 1916) kennt. Es heißt „De alte Theres“
Bei dr Lenda drauß, beim Mutterguottesbild,
hend kloene Bübla mitanander gspielt.
Do kommt vom Flecka de alt Theres raus,
a Bettelweib, dui überhupft koi Haus.
Se trenkt au gern, heut ka mr wieder saga:
Se schwankt wia so a schiafr Garbawage.
Dr Fritzle hot se z’airschta komma seah,
der Lausbua hot de and’re d’Weisong
gea: „Schnell hentr d’Lenda nom, selt hairt mr’s guat,
was dui en ihrem Dullo wieder beata duat.“
Dui Theres kommt, ond, richtig, stoht se na
ond guckt Maria mit em Jesuskendle a
ond sait: „Du bisch jo so a liaba, guate Frau,
ond onsre Bitt und Wensch erfüllscht du ao,
i ben so arm und han koi Geld,
gib, dass mir’s ama Tröpfle Wei nia fehlt.
Gell, miss mir doch da Wei et gar z’knapp zua.
Ond isch’s koe Wei, a Schnäpsle mecht’s au dua.“
„Du brauchsch koin Schnaps ond au koin Wei“,
mischt sich auf oimol jetzt a Kenderstemmle drei.
Do wird dui Theres scho fuchsteufelswild,
se blitzt des Jesuskendla a ond schilt:
„Halt du dei Gosch, kotzsterabletz,
des goht doch di nex a, wenn i mit deira Muator schwätz.“
Zwei Leser, Rosemarie Lang aus Weinstadt-Endersbach und Erwin Staab aus Crailsheim, berichten unabhängig voneinander von dieser Redensart:
„Mein Opa“, so schreibt Erwin Staab, „bestrich sich beim abendlichen Vesper sein Brot auf der Ober- und der Unterseite mit Butter. Auf die Frage: ,Opa warum machst du das?‘, bekam ich die Antwort: ,Mir isch mei obere Goscha so lieb wie mei untere!‘“ Der schwäbische Spruch des Wochenendes kommt von Leser Hans-Joachim Wayss aus Unterensingen. Er lautet: „D’Liab macht blend, aber noch der Hauzich ganget d’Auga uf!“ Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 10 44 52, 70039 Stuttgart Stichwort: Schwäbisch, Fax: 07 11 / 72 05 - 73 09; E-Mail: land@stn.zgs.de