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Auf der Suche nach dem perfekten Trinkspruch

"Filder-Zeitung", vom 19.04.2010 04:31 Uhr
Stetten. Die besten Redner der Toastmaster-Clubs aus Stuttgart und Karlsruhe sind in Wettstreit getreten. Von Gabi Ridder

Wer tut sich das freiwillig an - eine Rede von fünf bis sieben Minuten Länge vorbereiten, um sich anschließend vor Publikum bewerten zu lassen? Die Teilnehmer beim Toastmaster-Wettbewerb am Samstag in Stetten sind alles andere als Spinner. Sie stammen aus der Türkei, England, Südkorea oder der USA, leben im Großraum Stuttgart oder Karlsruhe, haben überwiegend akademischen Hintergrund und Berufe vom Ingenieur bis zum Softwarespezialisten.

"Wir haben eines gemeinsam, wir wollen unsere guten Englischkenntnisse nicht verlieren", sagt die pensionierte Englischlehrerin Giselas Plieseis. Nach dem Ausscheiden aus dem Schuldienst sei sie deshalb dem Internationalen Toastmaster-Club Stuttgart beigetreten, weil dort ausschließlich in Englisch gesprochen wird. Andere kämen, um ihr Wissen beim Reden mit Muttersprachlern aufzupolieren.

Jeder Club sucht intern seinen besten Redner. Die treten dann gegeneinander an. Der Wettbewerb findet im Frühjahr und im Herbst statt und ist in drei Teile gegliedert: Aus dem Stegreif muss zwei Minuten über eine zuvor gestellte Frage, etwa "Was bedeutet Frühling?", oder eine vorgegebene These, beispielsweise "Geld ist das Übel aller Dinge", geredet werden. Im zweiten Teil wird eine vorbereitete Rede vorgetragen. Der Mediator Jürgen von Oertzen hat sich dem Thema Konfliktlösung gewidmet. Sieben Minuten hatte er Zeit, um zu punkten. Und das hat der Karlsruher auch, zumindest beim Publikum, das ihn mit Beifall belohnte. Teil drei des Wettbewerbs ist die Evaluation oder Bewertung durch die Preisrichter. "Die Stärken werden gelobt, Kritik wird eingebunden, aber positiv, denn das Ziel ist die Verbesserung. Und jeder von uns ist auf der Suche nach dem perfekten Trinkspruch, was Toastmaster übersetzt bedeutet", erläutert Plieseis.

Nicht runter machen, sondern aufbauen - bei Themen wie Organisation, Rede, Stimme, Sprache, Gestik und Überzeugungskraft - lautet die Philosophie der Toastmasters International. Die Organisation wurde 1924 gegründet, arbeitet weltweit und ist gemeinnützig. Der Stuttgarter Club wird von sieben Mitgliedern geleitet, darunter Gisela Plieseis.

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