Leser Ernst Glock aus Vaihingen/Enz-Roßwag verfolgt "mit großem Vergnügen den schwäbischen Spruch des Tages". Ihm ist seinerseits ein Spruch seiner Mutter in guter Erinnerung. Dazu erzählt er diese Geschichte: "Meine Eltern betrieben über 50 Jahre einen Kartoffel- und Gemüsestand mit eigenen Erzeugnissen auf dem Cannstatter Wochenmarkt. Einer unserer Kunden war der Hausarzt Dr. Soundso. Dieser hatte in späten Jahren seine Arzthelferin geehelicht. Diese - nachweislich ohne akademischen Grad - belehrte nun meine Mutter in folgender Weise: ,Für Sie emmer no Frau Doktor!' Worauf ihr meine Mutter, eine resolute schwäbische Bauersfrau, entgegnete (jetzt kommt mein Sprüchle): ,Sie hen au a Eibildung wie a Rossbolla, der zufällig uf d' Königstroß nonderghagelt isch!' In der Folge mied Familie Doktor unseren Marktstand eine Zeit lang, kehrte aber nach ein paar Wochen dank unserer guten Sieglinde-Salatkrombira wieder reumütig zurück. Von ,Frau Doktor' war von nun an nicht mehr die Rede."
Aus aktuellem Anlass etwas Werbung in eigener Sache: Das aus unserer täglichen Schwäbisch-Serie hervorgegangene Buch "Auf gut Schwäbisch" wird heute auf den Stuttgarter Buchwochen präsentiert. Mit dabei sind unter anderem Sprachforscher Roland Groner und Zeichner Peter Ruge. Veranstaltet wird die Buchpräsentation vom Besler-Verlag. Beginn ist um 18 Uhr im Raum "Karlsruhe". Eintritt: 3 Euro; ermäßigt 2 Euro. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.