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Prozessauftakt 21 "Black Jackets" vor Gericht

George Stavrakis , vom 03.03.2010 14:28 Uhr
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21 Angeklagte und 42 Verteidiger machen den Prozess auch logistisch zu einer Herausforderung.  Foto: dpa
21 Angeklagte und 42 Verteidiger machen den Prozess auch logistisch zu einer Herausforderung. Foto: dpa

Stuttgart  - Begleitet von massiven Sicherheitsmaßnahmen, hat am Mittwoch der Prozess gegen 21 mutmaßliche Mitglieder der Jugendbande Black Jackets im Mehrzweckgebäude des Oberlandesgerichts in Stammheim begonnen. Den jungen Männern im Alter von 17 bis 24 Jahren werden gemeinschaftlicher versuchter Mord in drei Fällen, gefährliche Körperverletzung und schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen.

Da bis zum 20. Dezember 69 Prozesstage vorgesehen sind, hat die 2. Jugendstrafkammer des Landgerichts zur Sicherung des Verfahrens zusätzliche Verteidiger bestellt. Damit stehen Oberstaatsanwalt Gernot Blessing 42 Rechtsanwälte gegenüber. Nach Schätzungen von Insidern wird ein einzelner Prozesstag rund 20.000 Euro kosten.

Hirnmasse lief aus - Opfer fiel ins Koma

Die 21 Burschen - Deutsche, Kosovaren, Türken, Serben, Kroaten, Iraker und ein Afghane - sollen einen 26-jährigen Mann fast zu Tode geprügelt haben. Weitere Opfer trugen massive Verletzungen davon. Hintergrund der Prügelorgie war der Anklage zufolge ein seit geraumer Zeit schwelender Streit der Black Jackets - Erkennungszeichen ist die schwarze Jacke mit dem Kopf eines Pitbulls auf dem Rücken - mit der Esslinger Jugendbande La Fraternidad (LF), spanisch für Brüderlichkeit.

Der Bruder eines Angeklagten soll von einem LF-Mitglied geschlagen worden sein. Der Bruder wurde bei den Schwarzjacken in ihrem Clubheim in Fellbach vorstellig. Über Handy soll ein Schwarzjackenmitglied mit der Bezeichnung Pitbull Nummer2 über Handy die Truppe organisiert haben, die am 26. Juni vorigen Jahres die Attacke ausgeführt hat. Die Angeklagten sollen nachts zur Waisenhofschule in Esslingen gefahren sein, weil man dort La-Fraternidad-Leute vermutete. Tatsächlich hielt sich auf dem Schulhof eine Gruppe von rund zwölf jungen Leuten auf. Mit verschiedenen Schlagwerkzeugen wurde die Gruppe zusammengeknüppelt. Der am schwersten Verletzte wurde so hart getroffen, dass bei ihm Hirnmasse auslief und er ins Koma fiel. Er wird wohl Spätfolgen davontragen. Dieser 26-Jährige war kein FL-Mitglied.

Parallel zu dem jetzigen Prozess läuft ein Verfahren gegen die Black Jackets wegen der Bildung einer bewaffneten Gruppe. Ursprünglich hatten die Behörden erwogen, gar wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung zu ermitteln. Dafür scheinen die Hürden jedoch zu hoch. Der Prozess wird am 10. März fortgesetzt.

Kommentare (3)
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MRZ
04
10:13 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Was soll das
Ich verstehte nicht wiso sollche sachen passieren es ist doch klar das die ganze Prozedur lange dauern wird und viel kosten. ich bin echt gespand wie das ausgeht !!
MRZ
04
07:47 Uhr, geschrieben von leser
Lasche Justiz
Burschen ???? Solch eine hirnrissige Aussage habe ich im Bezug auf schwerkriminelle Gewaltverbrecher auch noch nicht gehört! Diese multinationale Bande mafiös strukturiert hat schon Monate die Stadt Esslingen terrorisiert ! Die Behörden schauten tatenlos zu ! Das Motto war : Die tun doch nichts die wollen nur spielen!
MRZ
03
16:24 Uhr, geschrieben von Menschenwürde schützen
Organisierte Kriminalität
Ich wünsche den Richtern und Schöffen die notwendige Geduld und Ausdauer, sich mit diesem Aufgebot an Kriminellen drei Viertel Jahre lang auseinanderzusetzen. Alleine das Aufgebot an Verteidigern wirft für m ich die Frage auf, ob ich mit meiner Rechtsschutzversicherung diese Gangster subventioniere oder ob hier andere Geldquellen erschlossen wurden. In jedem Falle stinkt der Vorgang schon nach Berichtslage gewaltig. Obgleich ich sonst nicht zu den Vorverurteilern gehöre - ich habe mir die Informationen zu den erwähnten Gangs angesehen, die großteils von ihnen selbst bereit gestellt wurden. Mein Fazit: bei der Beurteilung der angeklagten Taten als solchen sollte der OK-Kontext wie bei jeder "gewöhnlichen" Terrorbande auch ins Kalkül gezogen werden.


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