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Neugierige Gourmets auf den Goldberg locken

"Fellbach und Rems-Murr-Kreis", vom 01.04.2010 04:31 Uhr
Fellbach. Das neue Restaurant in der Schwabenlandhalle setzt auf eine weltoffene, jüngere Kundschaft. Von Gerhard Brien

Eine schöne Stange Geld hat die Firma Rauschenberger in den Komplettumbau des Restaurants in der Schwabenlandhalle investiert. So viel, dass es auf die Kosten für den Empfang mit rund 350 Gästen am Montagabend auch nicht mehr ankam. Jörg Rauschenberger, der Chef des 1982 in Winnenden gegründeten Gastronomie- und Cateringunternehmens mit derzeit rund 150 Mitarbeitern, räumte in seiner launigen Ansprache ein, dass er beim "Erstkontakt" mit Vertretern der Stadtverwaltung das Restaurant "ganz abgelehnt" habe. Vor 30 Jahren buchstäblich in Beton gegossen, habe es so gar nicht seinen Vorstellungen entsprochen.

Zusammen mit dem österreichischen Innenarchitekten Markus Kastl hat er sich dann daran gemacht, das gesamte Interieur des erst 1999 umfangreich renovierten Lokals zu entfernen und völlig neu zu gestalten. Die Stadt Fellbach hat einen Zuschuss von 250 000 Euro beigesteuert, einiges mehr musste Rauschenberger investieren. Der Pachtvertrag wurde auf 15 Jahre abgeschlossen. Die Räume des unter dem Titel "Goldberg" wieder eröffneten ehemaligen "Eduard M." sind tatsächlich nicht wieder zu erkennen, davon konnten sich die Besucher am Montag beim Empfang, einige auch schon am vergangenen Samstag beim ersten Härtetest für Küche und Service mit geladenen Gästen, überzeugen.

Dass am Herd weiterhin Küchenmeister Rainer Rupps der Chef ist, bürgt für höchste Perfektion. Rupps musste sich allerdings auf ein völlig neues Konzept einlassen, das südostasiatische Elemente kreativ einbindet. Die Speisekarte ist auf Gäste mit Lust auf neue Geschmackserlebnisse eingestellt, die Weinkarte ist geeignet, auch Kenner zu beeindrucken. "Wir wollen kein Sternerestaurant werden", versicherte Jörg Rauschenberger, aber "Ausgeherlebnis" in einem "eher großstädtischen Ambiente" bieten. Ein neugieriges, weltoffenes, junges Publikum ist die Zielgruppe, wobei jung zu übersetzen sei mit "geistig jung geblieben". Da gibt es dann auch keinen Raum, den man Nebenzimmer zu nennen wagt, sondern einen "Private Dining Room", und nach dem Essen kann man sich in die mit Sesseln und Bar ausgestattete "Winelounge" zurückziehen.

Da Rauschenberger fast seine gesamte Catering-Produktion von Waiblingen nach Fellbach verlegt hat, sind in der Schwabenlandhalle rund 40 seiner Mitarbeiter tätig. Das Unternehmen betreibt noch die Restaurants "Cube" im Kunstmuseum Stuttgart und das "Pier51" in Degerloch. Restaurantleiterin im "Goldberg" ist die ehemalige Pier51-Chefin Marion Nödinger, die Gesamtleitung der Schwabenlandhallen-Gastronomie liegt bei Gabi Mezger.

Oberbürgermeister Christoph Palm betonte in seinem Grußwort, die Schwabenlandhalle sei nicht nur Vermietungsobjekt, sondern "Symbol für die Stadtwerdung, für städtisches Selbstbewusstsein, für Zukunftsglaube und Innovationskraft". Mit dem Namen "Goldberg" habe Rauschenberger bereits das Fellbacher "Bodagfährtle" aufgenommen - Goldberg heißt die größte Weinlage am Kappelberg.

Rauschenberger hat sich auch schon als Sponsor gut eingeführt. Stadtrat Paul Rothwein, Vorsitzender des Fördervereins Besinnungsweg, bedankte sich für die großzügige Unterstützung beim Benefizessen zugunsten des nächsten Kunstwerks, das am 24. April am Hartwald aufgestellt wird.

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