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Fliegende Teller und freche Clowns in der Heim-Manege

"Marbach und Bottwartal", vom 04.03.2010 17:47 Uhr
Großbottwar-Winzerhausen Clowns und Akrobaten des Zirkus Kimazi haben gestern im Haus am Wunnenstein gastiert. Von Tanja Capuana

Der Wintergarten des Pflegeheims Haus am Wunnenstein hat sich gestern Nachmittag eine knappe Stunde lang in eine Manege verwandelt. Die vier Angehörigen des Zirkus Kimazi aus Dillingen an der Donau brachten ihr Publikum mit kurzweiligen Darbietungen zum Lachen und Staunen.

Kaum betritt der vorwitzige Clown Beppo den Raum, hat er die Lacher auf seiner Seite. Der Witzbold mit der knallroten Nase setzt zunächst zum flotten verbalen Schlagabtausch mit der Zirkusdirektorin Tanja Hein an, bei dem kein Auge trocken bleibt. Acht Jahre habe er die gleiche Schulklasse besucht, frohlockt er, um daraufhin seine mathematischen Kenntnisse zur Schau zu stellen. "Kannst du schon das Einmaleins?", will die Direktorin wissen. "Ich kann sogar schon das Zweimalzwei", witzelt der Clown. Mit seinem Zaubertrick, die gänzlich leeren Seiten eines Malbuchs mit ein wenig Magie in ein ausgemaltes Werk zu verwandeln, beweist Beppo, dass er alles andere als ein dummer August ist.

Für die Winzerhäuser Einrichtung ist der Auftritt der Zirkusstars eine Premiere. Man wolle für die Bewohner damit einen Höhepunkt im Alltag schaffen, sagt die Heimleiterin Ute Mosch. Die vierköpfige Gruppe Kimazi sei auf das Haus am Wunennstein zugekommen, worauf man sie engagierte. Tanja Hein leitet den Zirkus mit ihrer Familie bereits in der achten Generation. Als älteste von sieben Kindern hat sie die Tradition weitergeführt. Mit ihrem Mann Rudolf, der den Clown Beppo verkörpert, sowie ihrer Tochter Carina und ihrem Sohn Gino reist die Dillingerin mit ihrem Programm durch ganz Deutschland. Oftmals tritt das Quartett auch in Senioren- und Pflegeheimen auf. Ihr Ziel sei, die Bewohner zum Strahlen zu bringen. Zusätzlich bringt die Familie jungen Menschen die Zirkuswelt anhand von Workshops nahe. Seit vier Jahren gebe es das Projekt, denn Kimazi bedeutet "Kinder machen Zirkus", erklärt Tanja Hein.

Neben den Heimbewohnern mischen sich an diesem Nachmittag auch Mädchen und Jungen des Kindergartens Winzerhausen unter die Zuschauer. Mit der Einladung wolle man sich bei den Kleinen dafür bedanken, dass sie die Heimbewohner regelmäßig besuchen kommen, sagt Thomas Wieland, der Geschäftsführer der Karl-Staude-Stiftung.

Für bewundernde Blicke sorgt der Auftritt von Carina Hein alias Miss Carina. Die 19-Jährige verzaubert Alt und Jung mit ihrer Hula-Hoop-Show. Scheinbar mühelos lässt die junge Frau bunte Reifen um Hals, Arme und Hüfte kreisen. Mit viel Applaus wird Miss Carina für ihre Einlage belohnt.

Gino Hein steht mehrmals auf der Bühne. Zusammen mit seinem Vater mimt er den Posaune spielenden Clown Beppino. Gemeinsam foppt das Komiker-Duo die Zirkusdirektorin. Außerdem hat der junge Mann eine Tierdressur vorbereitet. Die Hunde Jack und Roxy springen unter anderem durch Reifen und laufen auf Kommando auf ihren Hinterbeinen.

Gekonnt jongliert Gino Hein im Anschluss Bälle, Keulen, Ringe und zeigt Kunststücke mit dem Diabolo. Nervenkitzel pur ist sein Auftritt als Meisterkoch Gino: Hein bringt dabei weiße Porzellanteller auf Stäben zum Tanzen und lässt Löffel durch die Luft fliegen. Unter kräftigem Beifall verlassen die Künstler nach ihrer Show die Manege.

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