München - Die Familie des seit Anfang Februar in Südafrika vermissten Geschäftsmanns Uwe Gemballa aus Leonberg erhebt schwere Vorwürfe gegen die südafrikanischen Ermittlungsbehörden. "Die Behörden in Südafrika unterstützen uns nicht, damit kein Schatten auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 fällt", sagte die Ehefrau des 54-Jährigen dem Nachrichtenmagazin "Focus". Sie ist überzeugt, dass ihr Mann entführt und in eine Falle gelockt wurde. Die Familie Gemballa hat nun den Angaben zufolge einen Privatdetektiv vor Ort engagiert.
Der Unternehmer wollte in Südafrika ein Geschäft anbahnen. Am 8. Februar war er in Johannesburg gelandet. Die Familie hatte zuletzt am Abend des 9. Februar einen Anruf von ihm aus Südafrika erhalten, in dem er um eine Million Dollar bat, weil er einen Unfall gehabt habe. Dabei hatte Uwe Gemballa völlig unüblich Englisch mit seiner Familie gesprochen.
Das Finanzamt Leonberg hatte bei der Firma des 54-Jährigen nach einer umfangreichen Betriebsprüfung seit dem Jahr 2002 einen siebenstelligen Betrag an Umsatzsteuer beanstandet. Gemballa focht die Forderung an und bemühte sich um Geldgeber zur Überbrückung. Nach seinem Verschwinden musste die Firma am 22. Februar Insolvenzantrag stellen. Das Finanzamt pfändete daraufhin mehrere Fahrzeuge des Sportwagen-Tuners. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat mittlerweile ein Ermittlungsverfahren wegen Insolvenzverschleppung gegen den 54-Jährigen eingeleitet.
Kalt, aber schön: Unsere Leserfotografen zeigen Stuttgart im eisigen Winterkleid.