Bei der Verlängerung der S-Bahn über Bernhausen hinaus nach Neuhausen signalisiert die CDU-Regionalfraktion ihre Unterstützung. Das ist das Ergebnis einer Vor-Ort-Aktion, zu der Regionalräte der CDU am Dienstag nach Bernhausen gekommen waren.
Der Filderstädter Bürgermeister Andreas Koch bekräftigte die Forderung der Kommune, so viel wie möglich Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bekommen. "Es ist uns ein großes Anliegen, dass die S-Bahn-Welt nicht in Bernhausen endet, sondern die Züge bis nach Neuhausen fahren", so Koch.
Sein Kollege Dieter Lentz ging auf die Historie des Schienenverkehrs auf den Fildern ein und fasste die Schlüsse der Experten zum Stadtbahn- und S-Bahn-Verkehr zusammen. "Die Verlängerung der S-Bahn von Bernhausen nach Neuhausen ist günstiger als eine entsprechende Stadtbahnlinie", so Filderstadts Erster Bürgermeister. Mit Kosten in Höhe von 230 Millionen Euro sei diese Lösung um 34 Millionen Euro günstiger. "Als Kommune sollte man sich auch wegen der Betriebskosten einer Stadtbahn nicht nähern", sagte Lentz.
Der Bund habe nach seinen Worten bereits die Zusage für die Finanzierung gegeben, "und auf kommunaler Seite sind die Kosten überschaubar", ergänzte der Erste Bürgermeister. Kritisch sei noch die Position vom Land und der Region.
Zumindest die CDU-Regionalfraktion steht dem Ausbauplan wohlwollend gegenüber. "Seitens der Region kann ich mir grünes Licht für das Projekt vorstellen", sagte der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Regionalfraktion, Rainer Ganske. "Wir sind dazu bereit, kommen Sie auf uns zu, wir betreiben das Projekt gerne", sagte er in Richtung der Filderstädter Bürgermeister.
Allerdings mahnte er die Stadtverwaltung, nun zügig vorzugehen. "Wir sollten bis Ende des Jahres einen Vorvertrag machen", sagte er mit Blick auf die Neuanschaffung eines Zuges, der durch die nach Neuhausen verlängerte Strecke nötig würde. Außerdem stünde das Vorhaben in Konkurrenz zu anderen geplanten Projekten, beispielsweise im Nordschwarzwald. "Seien Sie schneller als Calw", sagte Ganske.
Auch Thomas Bopp sieht die Fortführung der S 2 positiv. "Die S-Bahn ist ein Instrument der Wirtschaftsförderung und ein wichtiger Imagefaktor", sagte der Vorsitzende der Regionalversammlung. Nachdem klar sei, dass Stuttgart-21 komme, steht auch Joachim Pfeiffer hinter den Plänen. "Wir wollen das Projekt aktiv nach vorne bringen", so der Bundestagsabgeordnete. Er ergänzte: "Die Verkehrssituation auf den Fildern ist virulent.
Gelassen gab sich dagegen Roland Klenk. "Wir haben kein überragendes Interesse an der Geschichte, werden das Projekt aber konstruktiv begleiten", sagte der Oberbürgermeister von Leinfelden-Echterdingen. Die ebenfalls in Rede stehende Verlängerung der Stadtbahn vom Fasanenhof hin zur Messe und zum Flughafen gilt nach Angaben von Lentz als von der S-Bahnverlängerung unabhängig zu betrachtendes Projekt.