BAD BOLL. Nach knapp zweijähriger Bauzeit nimmt die Evangelische Akademie Bad Boll (Kreis Göppingen) an diesem Sonntag einen neuen Trakt mit Gästezimmern und Veranstaltungsräumen in Betrieb. Akademie-Direktor Joachim L. Beck rechnet damit, dass die Einrichtung dadurch künftig schwarze Zahlen schreiben kann.
"Die neuen Räume sind in der Belegungsplanung schon über Monate hinaus fest gebucht", sagt Beck zufrieden. Und: "Endlich können wir die Gäste bei unseren Tagungen wieder im Haus unterbringen, die Zeit der Provisorien ist vorbei." Doch nicht nur die eigenen Gäste sollen dort beherbergt werden: "Wir gehen von einer Fremdbelegung von etwa 40 Prozent aus", rechnet Beck vor. Eigene Veranstaltungen und externe Tagungsveranstalter sollen künftig 25 000 Übernachtungsgäste im Jahr bringen.
Überfällig war die Maßnahme längst: Der alte Südflügel, in den 1950er Jahren erbaut, war derart marode, dass er aus Sicherheitsgründen geschlossen werden musste. Ein erster Entwurf für einen Neubau wurde bereits 1997 gefertigt. Allerdings erst elf Jahre später, im Mai 2008, wurde mit dem Abbruch des Bettenhauses begonnen, im August 2008 mit dem Neubau. Dort wurden 60 Zimmer sowie drei Tagungsräume unterschiedlicher Größe eingerichtet. "Die Atmosphäre muss stimmen - jetzt können wir den Gästen Inhalte und Unterbringung auf hohem Niveau bieten", sagt Beck. Die Stuttgarter Architektin Nike Fiedler hat das Stammhaus, die Gründerzeit-Villa Vopelius, mit dem in den 1950er Jahren entstanden Hauptbau sowie dem neuen Südflügel verbunden.
Ein Schmankerl für die Gäste sind Original-Gemälde verschiedener Künstler, die in jedem Zimmer hängen. Der ehemalige Akademie-Studienleiter Albrecht Esche ermöglichte dies. Die einzelnen Künstler werden jetzt in einer Festschrift zur Eröffnung des Südflügels vorgestellt.
Die Evangelische Kirche erhofft sich auch einen finanziellen Aufschwung durch die Investition. Der Oberkirchenrat erwartet, dass das Tagungszentrum schwarze Zahlen schreibt. Dazu muss es dauerhaft gut belegt sein. Die Leiterin des Gästehauses, Ingrid Hess, optimistisch: "Wir haben jetzt die Rahmenbedingungen, dass es hier brummt."
Mit einem Gottesdienst wird der Südflügel am Sonntag, 7. März, um 16 Uhr feierlich eröffnet. Um 17.30 Uhr findet eine Besichtigung des Neubaus statt.