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Horb Baustart für Wasserkraftwerk

Stephan Germann, vom 09.02.2010 14:30 Uhr
Horb am Neckar (Archivbild) Foto: dpa
Horb am Neckar (Archivbild) Foto: dpa

Horb - In Horb am Neckar wird seit Dienstag ein neues Wasserkraftwerk gebaut. Die Stadtwerke Tübingen errichten das Flusskraftwerk gemeinsam mit der Kreisstadt für rund vier Millionen Euro, wie die Stadtwerke mitteilten. Das Kraftwerk hat eine Gesamtleistung von 418 Kilowatt. Zusammen mit den beiden bestehenden Anlagen am Mühlkanal sollen dort künftig rund 2,4 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden. Sie sollen rund 600 Vier-Personen-Haushalte versorgen. Dafür haben die Stadtwerke und Horb die Gesellschaft „Energie Horb am Neckar“ mit einem Stammkapital von 2,4 Millionen Euro gegründet. Bis zum Jahresende sollen die Bauarbeiten im Wesentlichen abgeschlossen sein.

Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) begrüßte die Investition. „Die Wasserkraft ist in Baden-Württemberg eine tragende Säule einer klimaneutralen Energieversorgung“, teilte sie am Dienstag mit. Mit der neuen Anlage werde ein wichtiger Schritt gemacht, die im Land noch vorhandenen Potenziale der Wasserkraft noch besser auszuschöpfen. Im Südwesten werde mehr als die Hälfte des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms in Wasserkraftwerken gewonnen. Ihr Anteil an der Stromerzeugung liege bei rund sieben Prozent. In den kommenden Jahren sollen die Kapazitäten bestehender Anlagen erweitert und neue Wasserkraftwerke gebaut werden. Dabei müssten aber die ökologischen Anforderungen berücksichtigt werden.

Kommentare (2)
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AUG
25
08:23 Uhr, geschrieben von Johannes
Lassen Sie mich ein paar Dinge klarstellen!
Ich möchte Ihnen kurz erklären warum eine Turbine in diesem Fall die richtige Maschine ist und nicht die Wasserkraftschnecke. Der Fall liegt ganz einfach; die Wasserkraftschnecke ist zu klein. Mit der Turbine kann man ohne Probleme Schluckmengen von bis zu 20m³/s bei diesem Gefälle realisieren. Im Falle einer Wasserkraftschnecke bräuchte ich für die selbe Schluckmengen mindestens 4 bis 5 solcher Schnecken. Zudem haben diese Wasserkraftschnecken einen entscheidenden Nachteil: Sie sind sehr laut und nicht so baubar dass man sie nachher optisch kaum wahrnimmt. Desweiteren ist der Wirkungsgrad von Wasserkraftschnecken deutlich schlechter als bei Turbinen, was bedeutet, dass für die gleiche Wassermenge wesentlich weniger CO2-freier Strom erzeugt werden kann. Sie müssen auch das Gesamtkonzept betrachten: In Horb wird ein neues Kraftwerk mit 400 kW gebaut, was bisher nicht genutztes Wasserkraftpotential erschließen wird, während in Sulz eine Wasserkraftschnecke und eine Fischtreppe gebaut wurde um die Ausbauwassermenge zu steigern und die ökologische Durchgängigkeit an einem vorhandenen Kraftwerk herzustellen. Der von Ihnen angesprochene Fischpass hat nur an der Wasseroberfläche Stufen, an der Sohle ist er jedoch einfach eine durchgehende Schräge. Die Becken werden nach "Norm" mindestens 1,2m Breite und 2,2 m Länge haben. Die genauen Werte sind mir allerdings unbekannt. Auf jeden Fall wird ausreichend Platz für jede an diesem Fluss heimische Fischart und auch Kleinlebewesen sein um den Auf- und Abstieg sicherzustellen. Die Funktionsfähigkeit solcher Fischpässe ist nachgewiesen und nicht besser oder schlechter als ein Fischaufstieg wie er in Sulz gebaut wurde. Die Sicherstellung seiner Funktionsfähigkeit und die richtige Planung und Auslegung ist sogar wesentlich einfacher. Meiner Meinung nach ist der Neubau eine wesentliche Verbesserung für alle Beteiligten. Die Fische werden durch den Feinrechen mit 2 cm Stababstand geschützt und somit auch nicht durch die Turbine "geshreddert". Oder haben Sie schon einmal beobachtet wie hinter einem Kraftwerk "halbe Fische" ausschwimmen? Generell gilt, dass alle Fische bis auf alte und kranke vom Rechen abschwimmen können, da sie diesen als Hindernis wahrnehmen und sich einen anderen Weg, nämlich den durch die Fischtreppe suchen. Zudem wird an diesem Standort wo bisher keinerlei Durchgängigkeit für Fische und Kleinlebewesen besteht diese Durchgängiglkeit geschaffen. Es findet also eine wesentliche Verbesserung statt.
MRZ
07
16:08 Uhr, geschrieben von Hellmut Hirth
Fischschredderanlage
ich werde irgendwie nicht das Gefühl los, in Horb geht man beim Kraftwerksbau zuerst zwei Schritte zurück um einen Schritt vorwärts zu kommen. Ja nicht von erfolgreichen Projekten lernen, wir kopieren doch nicht !!! In Sulz gibt es ein Paradebeispiel für eine vorbildliche Wasserkraftnutzung in Verbindung mit einem funktionellen, landschaftlichen sehr schönen Fischaufstieg. Es wurde vor allem auch den Gewohnheiten der Fische gerecht gebaut. Turbine Warum ist eine Wasserkraftschnecke in Sulz wirtschaftlich und wenige Kilometer weiter soll dieselbe unwirtschaftlich sein. Im Sommer bei Niedrigwasser würde die Wasserschnecke wirtschaftlicher produzieren und dem Fischaufstieg genügend Wasser überlassen. An den Beschaffungskosten sollte es nicht liegen, denn was in Sulz geht muß auch in Horb gehen. Fischaufstieg Ein überdeckelter Fischaufstieg mit Stufen kann noch nicht einmal als Alternative dienen. Wie soll eine 60 cm Barbe in einem 50 cm Becken Schwung holen? Wie sollen winzige Elritzen, Groppen & Co diese Stufenhöhe überwinden? Fische folgen nun mal der stärksten Strömung, egal ob sie aufwärts oder abwärts wandern. Da muß in dem Fischaufstieg schon eine sehr starke Lockströmung, oberhalb vom Zulaufkanal und unterhalb des Kraftwerkauslaufes, den Fischen den Weg zeigen. Eine ausreichend starke Lockströmung erreiche ich nur mit einer Fischrampe und ausreichendem Wasserfluß. Auch im Sinne des Grünprojekt ist ein naturnaher, in die Umgebung eingebundener und selbstreinigender Fischaufstieg allen anderen Möglichkeiten überlegen. So und nicht anders habe ich Umweltministerin Tanja Gönner am 20.05.2009 verstanden, soll der Landeszuschuss Verwendung finden. Nun bin auf ihre Worte nach Fertigstellung der Anlage gespannt wenn sie mit diesen Tatsachen konfrontiert wird. Von einem grünen OB Palmer hätte ich etwas mehr Naturverständnis erwartet, als den Bau einer Fischschredderanlage mit Kadaverentsorgungsrechen.
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