Archäologen feiern eine Neuentdeckung Römische Siedlung am Römerhügel

Von Ludwig Laibacher 

Die Archäologen mussten  nicht tief graben. Schon bei einer Tiefe von 30 Zentimeter sind sie auf erste Spuren einer antiken Siedlung gestoßen. Foto: factum/Bach
Die Archäologen mussten nicht tief graben. Schon bei einer Tiefe von 30 Zentimeter sind sie auf erste Spuren einer antiken Siedlung gestoßen.Foto: factum/Bach

Die Archäologen sind in der Nähe des Fürstengrabes auf Spuren der Römer gestoßen. Das stellt die Pläne der Stadtverwaltung, die dort die Kleingärtner von der Fromannkaserne heimisch machen möchte, in Frage.

Ludwigsburg - Die Archäologen sind fündig geworden: Am Römerhügel unweit des keltischen Fürstengrabs sind weitere historische Schätze im Erdreich vergraben. Auch wenn die Wissenschaftler die Spuren noch nicht abschließend einordnen können, so spricht der im Stuttgarter Landesdenkmalamt dafür zuständige Christian Bollacher doch von einem Kulturdenkmal aus römischer Zeit. „Wir haben die Stadtverwaltung Ludwigsburg bereits darüber informiert“, sagt er. Und dort ist man nicht begeistert, sollen an der Stelle doch Schrebergärtner angesiedelt werden.

90 mal 90 Meter großer Schutzgraben

Die Archäologen dagegen sind begeistert: Neben Gegenständen, die eindeutig der Keltenzeit und damit dem Fürstengrab am Römerhügel zuzuordnen sind, wurden auch römische Bauwerke und Keramikelemente gefunden. Es handelt sich um ein Grabensystem von 90 auf 90 Meter. Vermutlich wurde der bis zu einer Tiefe von zwei Metern angelegte Graben zum Schutz errichtet. „Das ist eine absolute Neuentdeckung“, versichert der Archäologe Bollacher. Er fühlt sich damit in seiner Annahme bestätigt, dass das Gelände wegen seiner herausragenden Lage schon in der Antike prominent genutzt wurde. Nicht so hoch wie der Hohenasperg, liegt der Hügel dennoch in dessen Blickfeld. Die Altertumsforscher glauben, dass der Hohenasperg schon früh ein Fürstensitz war.

Die Grabungsspezialisten sind bereits die dritte Woche vor Ort. Bis Ostern haben sie noch Zeit, um weitere Entdeckungen auf dem zwei Hektar großen Gelände zu machen und die bereits gefundenen Gegenstände wissenschaftlich zu interpretieren. Danach müssen sich die Landesdenkmalpflege und die Stadt einigen, was weiter geschehen soll. So wie die Dinge stehen, werden die Denkmalschützer weder eine Bebauung noch eine Nutzung als Kleingartenkolonie dulden. Die Stadt plant schon lange, am Römerhügel Platz für die Schrebergärtner zu schaffen, die momentan an der Fromannkaserne ihre Gütle haben. Denn das Gewerbegebiet Hintere Halden/Waldäcker soll weiter wachsen.

Ludwigsburg müsste Ausgrabung zahlen

„Solange das Kulturdenkmal da ist, ist eine Nutzung nicht möglich“, sagt Bollacher, „auch mit einer Kleingartennutzung wäre es unserer Kontrolle entzogen.“ Mit dem Umgraben und Pflanzen von Bäumen oder Blumen würden die Laubenpieper den Untergrund verändern. „Solange das Kulturdenkmal da ist, käme das dem gleich, was wir eine undokumentierte Zerstörung nennen“, sagt der Archäologe. Es gebe nur zwei Möglichkeiten: Entweder bleibe alles an Ort und Stelle, dann aber müsse auch das ebenerdige Gelände unberührt bleiben. Oder aber die Stelle samt Mauern und Gegenständen werde gehoben. Erst danach könne dort gebaut oder eine Kleingartenkolonie angelegt werden.

Aus Sicht der Archäologen wäre das aber nur ein Kompromiss, wie sie ihn im Fall von Bauvorhaben oft eingehen müssten. Vor Ort bliebe nichts mehr, aber die Sache wäre zumindest dokumentiert. Die Kosten für eine solche komplette Ausgrabung aber müsste die Stadt Ludwigsburg tragen – und es würde Monate dauern. Noch wissen die Experten nicht, ob es sich um eine militärische Anlage handelt; sie datieren die Funde auf das erste Jahrhundert nach Christus.

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