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Antrag gestellt CDU: Bibliothek soll sonntags öffnen

Von Michael Gerster 

Die Stuttgarter lieben ihre neue Stadtbibliothek. Im Jahr 2012 zählte man dort über eine Million Besucher. Für die CDU ein guter Grund, den Büchertempel sieben Tage die Woche zu öffnen.

Stuttgart - Sie sieht nicht nur von außen gut aus, sondern wird von Stuttgarter Bücherfans auch bestens angenommen. Die Zahl der Besucher ist von 893 000 im Jahr 2010, als die Bücherei noch am Wilhelmsplatz stand, auf 1.153.000 im Jahr 2012 angestiegen. 14.344 Nutzerausweise gaben Mitarbeiter am neuen Standort Mailänder Platz aus, eine Verdreifachung gegenüber dem Jahr 2010, als es noch 5308 Ausweise waren. Beliebte Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche sind etwa das Klangstudio im ersten Stock, das „Hausch-Kinderzimmer“ im zweiten. Stock, die „Junge Bibliothek“ oder das Wissenszimmer „Studiolo“ mit seinen Denk- und Knobelspielen.

Angesichts dieses Zuspruchs fragt die Stuttgarter CDU in einem Antrag, warum die Bücherei nicht auch am Sonntag geöffnet hat. „Vor allem Familien könnten dort hingehen und zusammen einen schönen Tag verbringen“, sagt Jürgen Sauer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU. Die Stadt könne hier vielleicht sogar bundesweit eine Vorreiterrolle übernehmen. Ihm schwebt vor, dass dann auch das vom Caritasverband betriebene Café LesBar seine Kaffeemaschinen anwirft.

Bei der Stadtbibliothek selbst stößt der Vorschlag auf offene Ohren. „Wir freuen uns, dass die Bürger ein so großes Interesse an unserem Haus zeigen“, sagt Pressesprecherin Meike Jung. Im Durchschnitt kommen derzeit 3500 Besucher am Tag. Am größten ist der Andrang am Samstag und zu Ferienzeiten. Die Nachfrage sei am Sonntag also sicher da, sagt Jung. Das zeigten auch die enttäuschten Reaktionen auf der Facebook-Seite, wenn die Bücherei an einem Feiertag mal geschlossen habe.

Eisenmann: „Da ist durchaus Bedarf, es passt in die moderne Gesellschaft“

Auf der anderen Seite sei das Personal bereits jetzt stark belastet. Und weil der Service der zumeist spezialisierten Bibliothekare ein Markenzeichen der Stadtbibliothek sei, würde ein Betrieb am Sonntag mit reduzierter Belegschaft dem eigenen Anspruch nicht gerecht. Meike Jung weist außerdem darauf hin, dass man bereits jetzt die bundesweit längsten Öffnungszeiten einer kommunalen Bücherei habe. Die Bibliothek ist Montag bis Samstag von 9 bis 21 Uhr geöffnet, also 72 Stunden pro Woche.

Unterstützung bekommt der Antrag auch von Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU). „Da ist durchaus Bedarf, es passt in die moderne Gesellschaft“, sagt sie. Um diesen Bedarf jedoch genau zu definieren, plädiert sie für eine Erhebung unter Nutzern. Diese könnte Erkenntnisse darüber bringen, ob etwa eine reduzierte Öffnung von 10 bis 16 Uhr ausreichend ist. Zuvor müssten jedoch arbeitsrechtliche und organisatorische Fragen geklärt werden. „Die halte ich aber für lösbar“, so Eisenmann. Die Umsetzung hänge letztlich auch von den Kosten ab – und davon, ob der Gemeinderat bereit ist, diese zu übernehmen.

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