Anschläge in Paris Doch keine Terror-Spur nach Magstadt

Von red 

Polizisten im Einsatz bei den Anschlägen in Paris. Foto: EPA
Polizisten im Einsatz bei den Anschlägen in Paris. Foto: EPA

Bei den Terrorakten vom 13. November sind keine Sturmgewehre eines Waffenhändlers aus Magstadt bei Böblingen eingesetzt worden. Die in Paris verwendeten Waffen stammten nicht von dem 24-Jährigen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Stuttgart - Doch keine Spur aus Württemberg zum Paris-Terror: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind bei den Terroranschlägen am 13. November keine Sturmgewehre eines Waffenhändlers aus dem Schwäbischen eingesetzt worden. Es könne jetzt ausgeschlossen werden, dass die in Paris verwendeten Waffen von dem 24-Jährigen aus Magstadt bei Böblingen stammten, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Der Mann war wegen E-Mails in Verdacht geraten, die den Verkauf von Sturmgewehren an eine Pariser Lieferanschrift nahelegten. Weitere Ermittlungen ergaben jedoch, dass die in der E-Mail angesprochenen Waffen erst am 16. November versandt wurden - und nicht nach Paris.

Unabhängig davon bleibe der Mann in Haft, hieß es. Auf die Spur des 24-Jährigen waren die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft und das dortige Zollfahndungsamt bereits Anfang 2015 gekommen. Es gab Ermittlungen gegen mehrere Personen, die im Internet mit Waffen, Waffenteilen und Munition gehandelt haben sollen.

Waffen im Darknet angeboten

Dem Mann wird unter anderem weiter vorgeworfen, in mehreren Fällen Schreckschusswaffen ungenehmigt zu illegalen Schusswaffen umgebaut und diese über eine illegale Plattform im Darknet verkauft zu haben. Im Darknet (englisch für „Dunkles Netz“) können sich Nutzer anonym bewegen. Bei Durchsuchungen der Wohnung des Mannes in Magstadt waren 16 Schusswaffen gefunden worden.

Bei den von ihm verkauften Waffen soll es sich um zwei Sturmgewehre vom Typ AK 47 aus chinesischer Produktion und um zwei Sturmgewehre vom Typ Zastava M70 aus jugoslawischer Produktion handeln.

In der französischen Hauptstadt Paris hatten islamistische Terroristen mit nahezu zeitgleichen Anschlägen an mehreren Orten insgesamt 130 Menschen getötet, unter anderem mit Sturmgewehren des Typs Kalaschnikow.

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