Acht Pläne hat Jörg Nusser den Bezirksbeiräten mitgebracht. Acht Pläne, auf denen aus unterschiedlicher Perspektive zu sehen ist, was die Waldorfschule an der Kemnater Straße im Sinn hat. Den Lokalpolitikern ist das Vorhaben sehr wohl bekannt. Dass der Schulverein am vergangenen Mittwoch im Bezirksbeirat zu Besuch war, war eher Routine. Anfang September hat die Waldorfschule mit dem Bau begonnen, nun hat sie Bericht erstattet. Ging es zu Beginn des Bauprojektes lange um Grundsätzliches, besprachen die Schulvertreter vorgestern vor allem Details mit den Fraktionen.
Zeitplan
Der Silberwald-Verein hinkt seinem einstigen Zeitplan hinterher. Ursprünglich haben sich die Sillenbucher Waldorfleute ein Jahr für die Planung und ein Jahr für den Bau gegeben. "Das war ein optimistisch gesetztes Ziel", sagte Nusser. Vor kurzem mussten sie neue Container an den alten Standort bestellen, damit überhaupt alle Klassen Platz zum Lernen haben. "Damit haben wir uns für ein Jahr noch mal Luft geschaffen."
Der Hort ist das erste Gebäude, das auf dem Grundstück an der Kemnater Straße stehen wird. Zum zurückliegenden Schuljahresbeginn hat der Silberwald-Verein den ersten Spatenstich gefeiert. Die Klassen eins bis drei sollen in einem Jahr an die neue Adresse ziehen. Was den Vorteil habe, dass die Kleinen nachmittags gleich an der Kemnater Straße sind - wenn sie Hortkinder sind. Nächstes Frühjahr soll der Schulbau losgehen und möglichst zu Beginn des Schuljahres 2013/14 abgeschlossen sein.
Sporthalle
Die Stadt baut auf dasselbe Grundstück eine Sporthalle. Diese sollen sich die Waldorfschule, die Grundschule Riedenberg und die örtlichen Sportvereine teilen. Bei den bereits begonnenen Haushaltsberatungen werden sich die Stadträte auch mit dieser Investition befassen. Die Stadt rechnet mit Kosten von fünf Millionen Euro.
Parken und Verkehr
Die Schule und die Sporthalle werden sich künftig 28 Parkplätze teilen. Eine Anzahl, die die Stadt bestimmt hat, wie Nusser auf Nachfrage der CDU sagte. Der Schulverein geht davon aus, dass die Stellplätze genügen werden. Ein Großteil der Lehrer wohne im Stadtbezirk und komme ohne Auto zur Arbeit.
Der CDU-Sprecher Philipp Kordowich hat betont, dass sich die Waldorfschule das Thema Hol- und Bringverkehr unbedingt "auf die Agenda schreiben" solle. "Das ist ein sehr heikles Thema und birgt viel Konfliktpotential." Kordowich erinnert an die Debatten um die Ecole Maternelle an der Eichenparkstraße. Dort hatten sich Anwohner immer wieder über die lästigen Elterntaxis beschwert.
Nusser geht davon aus, dass viele der Kinder früher oder später zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn an die Kemnater Straße kommen werden. "Wir sind eine Stadtteilschule", sagte er. Etwa zwei Drittel der Schüler wohnen in Sillenbuch oder Degerloch.