Ablaufende Police Neues Gesetz bringt Abstriche bei Lebensversicherung

Von Sabine Klotzbücher 

Eine ablaufende Kapitallebensversicherung kann Kunden Tausende Euro kosten.  Vor allem 55- bis 65-Jährige sind betroffen. Foto: dpa
Eine ablaufende Kapitallebensversicherung kann Kunden Tausende Euro kosten. Vor allem 55- bis 65-Jährige sind betroffen.Foto: dpa

Ein 60-Jähriger erfährt, dass seine Kapitallebensversicherung, die er im Januar ausbezahlt bekommt, bis zu zehn Prozent niedriger ausfällt als bisher berechnet. Grund ist eine Gesetzesänderung, die zehn Tage zuvor in Kraft tritt.

Stuttgart - Besitzer einer Kapitallebensversicherung, die in den kommenden Monaten abläuft, sollten ihren Versicherungsberater aufsuchen. Grund ist ein neues Gesetz, nach dem die Versicherungen ihre Kunden nicht mehr so stark wie bisher an den Bewertungsreserven auf festverzinsliche Wertpapiere beteiligen müssen. Das Gesetz wurde Anfang des Monats vom Bundestag verabschiedet und soll am 21. Dezember 2012 in Kraft treten.

Unserer Zeitung liegt der Fall eines Allianz-Kunden vor, dessen Kapitallebensversicherung zum 1. Januar 2013 fällig wird. Inklusive Überschussbeteiligung sollte die Schlusszahlung nach der bisherigen Rechnung 92.000 Euro betragen. Durch das neue Gesetz könnten es nach Schätzungen seines Beraters 6000 bis 8000 Euro weniger sein.

An diesem Freitag kündigen

Nach Angaben des Bundesverbands der Ruhestandsplaner Deutschland (BDRD) dürften vor allem 55-bis 65-Jährige betroffen sein, weil in diesem Alter besonders häufig Lebensversicherungen ausbezahlt werden. Ihnen werden die bisher hohen Bewertungsreserven durch die Neuregelung entzogen, so dass die Schlusssummen deutlich niedriger sind als die bisherigen Pro­gnosen. Verbraucher, deren Policen erst in einigen Jahren fällig sind, werden hingegen profitieren, denn die Versicherer gleichen mit den Bewertungsreserven Differenzen zum Garantiezins aus.

In bestimmten Fällen kann eine vorgezogene Kündigung von Policen, die bald auslaufen, den Kunden mehr Geld bescheren als nach Inkrafttreten der Neuregelung. Versicherte, deren Vertag im nächsten Jahr abläuft, müssten dann allerdings an diesem Freitag kündigen.

Offenbar war sich der Gesetzgeber nicht über die Auswüchse der Neuregelung im Klaren. Nach zahlreichen Beschwerdebriefen denkt man nun über Änderungen nach. „Sollten sich die Einschnitte bestätigen, ist es durchaus denkbar, dass das Gesetz noch angehalten wird“, bestätigte ein Unionsabgeordneter unserer Zeitung.

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