Abfälle geraten auf Deponie Froschgraben in Brand

Von HIER_KORN 

Eingelagerter Unrat, der auf der Schwieberdinger Müllhalde zu Brennmaterial für die

Schwieberdingen 500 Kubikmeter Papier- und Kunststoffmüll habenoffenbar von selbst zu rauchen begonnen. Von Christhard Henning

Eingelagerter Unrat, der auf der Schwieberdinger Müllhalde zu Brennmaterial für die Industrie aufbereitet wird, hat gestern 130 Einsatzkräfte mehr als zwölf Stunden in Atem gehalten. Ständig entstanden neue Schwelbrände in einer Halle auf der höchsten Stelle der Deponie Froschgraben. Da gesundheitsschädliche Rauchgase nicht auszuschließen waren, forderten am Vormittag Radio- und Lautsprecherdurchsagen die Anlieger speziell in Schwieberdingen und Markgröningen auf, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Spätere Messungen der Feuerwehr ließen indes keine Rückschlüsse auf überhöhte Giftstoffmengen in der Luft zu, sagte der Kreisbrandmeister Arnd Marquardt, wenngleich von der 45 Hektar großen Deponie eine deutlich sichtbare weiße Wolke gen Osten gezogen war.

Entdeckt hatte ein Autofahrer den Schwelbrand am Montagmorgen gegen 4.40 Uhr. Laut ersten Ermittlungen der Polizei hat sich gut ein Drittel von etwa 1600 Kubikmeter Abfall auf noch ungeklärte Weise selbst entzündet. Die Reststoffe aus geschreddertem Altpapier, sogenannte Spuckstoffe wie Kleber, Folien, Laminierungen oder auch Heftklammern, sind auf einem etwa 10 000 Quadratmeter großen Gelände gelagert, das die Firma Dachpappenverwertung Süd GmbH (DVS) mit Sitz in Schwieberdingen von der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg gepachtet hat. Nach Angaben von Matthias Einsele, einem der drei Geschäftsführer bei DVS, sei ¸¸nur schwer nachzuvollziehen', weshalb sich das Material entzündet habe. In der Nacht stünden sämtliche Anlagen still. In der Halle, einem eher provisorischen Zeltaufbau, arbeiten lediglich zwei Männer. Sie beschicken mit Radladern Maschinen, in denen die Abfälle zu Brennstoffen verarbeitet werden, die beispielsweise in Zementwerken Verwendung finden.

Der Brand in dem abgelegenen Aufbereitungswerk bereitete der Feuerwehr einiges Kopfzerbrechen. Vom Eingang der Deponie bis zu der Halle führt lediglich ein 1,5 Kilometer langer, drei Meter breiter und zudem verschneiter Weg, auf dem die Einsatzkräfte einen Pendelverkehr einrichteten. Überdies mussten sie vom benachbarten Hardt- und Schönbühlhof eine Leitung legen, da ein Versorgungsrohr auf dem Deponiegelände eingefroren war. Laut Arnd Marquardt hatte die Feuerwehr den Brand dann gegen 17 Uhr im Griff, als der gesamte glimmende Kunststoffabfall mit Radladern aus der Halle geschoben und flächig auf dem angrenzenden Areal verteilt war.

Zur Schadenhöhe war gestern noch nichts zu erfahren. Laut Matthias Einsele sei bei den Löscharbeiten die Plane der Halle beschädigt worden. Inwieweit das Löschwasser auch die recycelten Abfälle respektive deren Brennwert zerstört habe, sei noch nicht absehbar.

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