4.0 - Das vernetzte Auto Auto wird zum Smartphone auf Rädern

Von Michael Gerster 

Mit Gewinnspiel - Die Digitalisierung verändert unseren Alltag – wie wir einkaufen, arbeiten und uns fortbewegen. Und sie verändert die Unternehmen in unserer Region. Heute: Wie IT-Unternehmen und Autoindustrie um die Datenmacht ringen.

Stuttgart - Wer nicht gerade in einem nagelneuen High-Tech-Modell sitzt, der ist von der vernetzten Welt im Auto bisher weitgehend ­verschont geblieben. Eine kurze SMS per Mobiltelefon neben dem Fahren, Musik ­hören über den angeschlossenen iPod oder einen USB-Stick – das war es meist. Die Kommunikation über das Internet hält sich noch in Grenzen, die Ablenkung ist schlicht zu groß. Aus Sicht der großen IT-Giganten ist das Auto somit eine der letzten Lücken auf dem Ziel der durchgängigen Kundenüberwachung.

Doch das wird sich bald ändern. „Das Telefon hat sich zum Smartphone entwickelt, jetzt wird das Auto zum Smartcar“, sagt Peter Schwarzenbauer, Vorstand bei BMW und zuständig für neue Geschäfts­modelle. Der Wandel vollzieht sich in rasantem Tempo. Tatsächlich ist eine S-Klasse von Mercedes schon heute eines der kompliziertesten IT-Produkte, wie Daimler-Entwicklungschef Thomas Weber gerne betont. Sie hat etwa 100 Millionen Zeilen Programmier-Code. Das Betriebssystem Windows 7 bringt es nur auf 40 Millionen.

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Im Auto prallen damit in Zukunft zwei Welten aufeinander, die bisher mehr oder weniger getrennt waren. Auf der einen Seite die Hardware, also das Auto. Auf der anderen Seite die Software, die immer mehr Funktionen übernimmt und permanent mit dem Internet verbunden ist. So entsteht das vernetzte Fahrzeug.

Auf einem auf die Windschutzscheibe projizierten Bildschirm lässt sich beispielsweise die Verlängerung einer schwer einsehbaren Kurve anzeigen, die über ein präzises Kartensystem eingelesen wird. Gleichzeitig meldet das System eine Tankstelle in der Nähe, bei der es heute günstig einen Burger gibt. Und weil der Reifendruck sinkt, empfiehlt das Auto gleich einen Termin in der Werkstatt des Herstellers.

„In Autos werden schon heute enorm viele Daten erfasst, selbst das Gewicht des Fahrers lässt sich messen“, sagt der Auto­experte Willi Diez von der Hochschule ­Nürtingen-Geislingen. „Zugespitzt gesagt, könnte ein Autobauer den Fahrer ins Fitnessstudio vermitteln, um an der Provision zu verdienen.“

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