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21:21 gegen Serbien Deutsche Handballer retten einen Punkt

dpa, vom 22.01.2012 12:06 Uhr
Freude bei den deutschen Handballern über das Unentschieden gegen Serbien. Foto: dpa
Freude bei den deutschen Handballern über das Unentschieden gegen Serbien. Foto: dpa
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Belgrad - Mit dem Ausgleichstreffer zwei Sekunden vor dem Spielende hat Sven-Sören Christophersen der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Serbien auch zu Beginn der Hauptrunde einen weiteren Achtungserfolg beschert. Das leidenschaftlich kämpfende Team von Bundestrainer Martin Heuberger kam gegen den EM-Gastgeber in Belgrad zu einem 21:21 (7:12) und kann weiter vom Einzug ins Halbfinale träumen.

Auch die angestrebte Teilnahme an einem der olympischen Qualifikationsturniere im kommenden April ist weiter zum Greifen nah. Bester deutscher Werfer gegen die Serben, die ebenfalls um einen Startplatz bei der Olympia-Vorausscheidung kämpfen, war Uwe Gensheimer mit fünf Treffern. Während die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) die Tabelle der Hauptrundengruppe 1 nun mit 5:1 Zählern anführt, folgt das punktgleiche Serbien auf Rang zwei.

„Wir haben heute - auf gut Deutsch gesagt - scheiße gespielt“, sagte Deutschlands Torhüter Silvio Heinevetter. „Mit Kampf und Willen haben wir dann noch einen Punkt geholt - nicht unverdient.“ Bundestrainer Martin Heuberger war voll des Lobes für sein Team: „Diese Mannschaft ist einfach phänomenal, einfach unglaublich.“ Matchwinner Christophersen war „einfach froh, dass wir nach diesem harten Kampf noch einen Punkt geholt haben“.

DHB-Team mit nervösem Start

Auf Platz drei rangiert Polen (3:3 Punkte), das am Samstag zu einem 29:29 (9:20) gegen den WM-Vierten Schweden kam, ein weiteres Team mit Ambitionen auf eines der zwei noch zu vergebenden Tickets für die olympischen Quali-Turniere. Weitere Bewerber sind die zum Start der Hauptrunde Dänemark mit 32:33 (19:16) unterlegenen Mazedonier (1:5 Punkte) und Slowenien, das am Sonntag in der Gruppe 2 gegen den bisher enttäuschenden Weltmeister Frankreich in die zweite Turnierhälfte einsteigt.

Die Deutschen wirkten zu Beginn der Hauptrunde zunächst äußerst nervös. Oft wurde der Ball gegen die Serben unstrukturiert nach vorn getragen und überhastet der Abschluss gesucht. Erst nach sieben Minuten erzielte Lars Kaufmann, der erneut den Vorzug vor Kapitän Pascal Hens erhalten hatte, das erste Tor für das DHB-Team. Es war das 1:4. Von dem Selbstvertrauen, das Heubergers Mannschaft durch das 29:24 zum Vorrundenabschluss gegen Schweden getankt hatte, war in dieser Phase nichts zu spüren.

Hens erneut auf der Bank

Dabei hatte der Coach seine Startformation gegenüber dem Sieg gegen die Skandinavier nicht verändert. Gensheimer begann auf Linksaußen, Silvio Heinevetter im Tor. Der Berliner gab seinen Kollegen durch einige guten Paraden dann auch ein wenig mehr Sicherheit - zumal die Serben sich keineswegs als furchteinflößende Spitzenmannschaft präsentierten. Auch die Atmosphäre in der mit 18.000 Zuschauern nicht ganz gefüllten Belgrad Arena war nicht annähernd so einschüchternd wie bei manchem Spiel des von heißblütigen Anhängern unterstützen Außenseiters Mazedonien.

So kamen die Deutschen in der 18 Minuten erstmals wieder bis auf ein Tor heran - um dann allerdings erneut nachzulassen. Im Angriff blieben zahlreiche Chancen ungenutzt, auf der andere Seite nahm Serbiens Kapitän Momir Ilic vom deutschen Rekordmeister THW Kiel das Heft in die Hand und führte seine Mannschaft bis zur Pause zu einer Fünf-Tore-Führung. Kaufmann & Co. hatten bis dahin nur 35 Prozent ihrer Wurfversuche versenkt.

Kurz vor dem Wiederbeginn schwor Heuberger seine Spieler noch einmal ein, ballte die Fäuste und forderte eine Leistungssteigerung. Sein Wunsch wurde zunächst nicht erhört. Bis zur 35. Minute waren die Serben mit sieben Toren davongezogen. Doch die DHB-Auswahl gab nicht auf und profitierte am Ende von ihrer besseren Physis. Eine Viertelstunde später hatte man den Rückstand ausgeglichen. Rückhalt Heinevetter lief erneut zur Höchstform auf und Christophersen schlug als siebter Feldspieler Sekunden vor der Schlusssirene eiskalt zu. „Aber auf solche Spiele habe ich keine Lust mehr“, sagte Heinevetter.

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