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200 Gramm Schokolade und Erdbeeren als Nervennahrung

"Fellbach und Rems-Murr-Kreis", vom 22.04.2010 04:31 Uhr
Fellbach. Mit dem Fach Deutsch sind 151 Schüler gestern in die Mittlere-Reife-Prüfung gestartet. Von Eva Herschmann

Um Punkt 8 Uhr ist die Nervosität der Schüler in eifrige Geschäftigkeit umgeschlagen. Die vier Aufgaben zur Auswahl wurden ausgeteilt. Mit dem Fach Deutsch sind gestern 151 Fellbacher Realschüler in die Mittlere-Reife-Prüfung gestartet. Vier Stunden Zeit blieb den Zehntklässlern, um sich entweder mit dem Gedicht "Zum Abgewöhnen" von Hans Magnus Enzensberger, dem Kurztext "Manu" von Arno Strobel oder dem Buch "Bronsteins Kinder" von Jurek Becker zu beschäftigen oder einen Vortrag über das Thema "Arbeitswelt im Wandel" zu schreiben. Mirijam Strehle und Tina Novoselec aus Schmiden lagen voll im Trend. 35 der 72 Prüflinge der Hermann-Hesse-Realschule in Schmiden sowie 39 von 79 aus der Auberlen-Realschule in Fellbach nahmen wie die beiden Freundinnen die Aufgabe "Produktiver Umgang mit Texten" und schrieben einen "inneren Monolog" der Hauptfigur Hans aus dem Roman "Bronsteins Kinder". "Eigentlich war ich am Morgen gar nicht so aufgeregt wie ich befürchtet hatte", sagt Tina Novoselec. Deutsch sei aber auch ein entspannter Einstieg in die Prüfungsphase. Mit 200 Gramm Schokolade in seiner Tasche ist Marcel Pfeiffer in die Prüfung gegangen. Nach knapp vier Stunden war der Vorrat an Süßem aufgebraucht. Die erlaubten Hilfsmittel verfehlten ihre Wirkung nicht. Insgesamt 20 Seiten - zehn Konzept und zehn in Reinschrift - hat Marcel Pfeiffer über "Bronsteins Kinder" abgegeben.

"Ich bin schon sehr gespannt, was für eine Note am Ende herauskommt", sagte Sinja Wachsmuth. Auch sie und ihre Freundin Katharina Engelen hatten sich mit der Romanvorlage beschäftigt und dabei mit Süßigkeiten und Traubenzucker über Wasser gehalten. "Richtig Nervenflattern bekomme ich erst, wenn die Mathematikprüfung ansteht", sagte Katharina Engelen.

"Ich habe am Abend vorher noch mal nachgelesen, wie man einen Vortrag oder eine Rede schreibt", sagte Ronny Rampp, der sich mit dem Thema Arbeitswelt beschäftigte. Hakan Keppler ging am Abend davor etwas früher als sonst ins Bett, und seine Mutter packte reichlich Nervennahrung in die Schultasche: Erdbeeren und Tomaten. "Mir erging es gut. Und ich wusste sofort, dass ich die Gedichtbeschreibung nehme, da habe ich schon während des Schuljahres gute Noten geschrieben." Das Gedicht war an beiden Schulen - allerdings mit deutlichem Abstand auf Platz 1 - das zweitbeliebteste Thema. Auch Jule Venrath befasste sich damit und fand, dass die Zeit ausreichend war: "Ich habe mit Konzept 13 Seiten geschrieben."

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