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Stuttgart - Nüchternheit und Effizienz haben dem FC Bayern München so gut wie sicher die 17. Herbstmeisterschaft in der Bundesliga beschert. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes gewann am Sonntagabend beim VfB Stuttgart durch zwei Tore von Mario Gomez (13./53.) mit 2:1 (1:1) und kann von Borussia Dortmund vor der Winterpause theoretisch nur noch aufgrund des besseren Torverhältnisses vom ersten Platz verdrängt werden.
Lesen Sie hier die Partie gegen die Bayern in unserem Minutenprotokoll nach
Christian Gentner hatte die fast 60 Minuten in Unterzahl spielenden Schwaben zunächst vor 60.469 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena mit 1:0 in Führung gebracht (6.). „Durch den Platzverweis war klar, dass die Bayern das Spiel im Griff hatten. Wir hatten die eine oder andere Möglichkeit, hätten den Ausgleich noch irgendwie machen können. Aber darüber, dass Bayern die bessere Mannschaft war, brauchen wir nicht zu diskutieren“, sagte Gentner dem Sender Sky nach dem Spiel. Die Stuttgarter begannen abwartend, fast zu defensiv im eigenen Stadion.
Beim VfB durfte Julian Schieber von Beginn an ran
Gegenüber dem Spiel gegen Köln (2:2) änderte Labbadia seine Elf auf zwei Positionen. Erstmals von Beginn an in dieser Saison spielte im Sturm Julian Schieber anstelle von Cacau. Neu im Team war auch Timo Gebhart, es war ebenfalls das erste Spiel für den Mittelfeldspieler in der Startformation. Bei den Bayern gab es dagegen keine Überraschungen. Arjen Robben und Toni Kroos waren nach ihrer Grippe wieder fit und standen ebenso in der Startelf wie die auch genesenen Mario Gomez und Thomas Müller.
Erste Riesenchance vergeben Robben und Gomez
Die erste Chance im Spiel hatten die Bayern in der fünften Minute - und es war gleich eine richtig gute. Robben hatte VfB-Torhüter Sven Ulreich bereits ausgespielt, der Niederländer hätte den Ball mit rechts ins leere Tor schieben können. Doch der sonst oft eigensinnige Robben entschied sich für den Pass auf Gomez. Aber der rutschte am Ball vorbei. Wie so oft im Fußball rächte sich diese Schludrigkeit: Nur 60 Sekunden nach der Riesenmöglichkeit von Gomez köpfte Martin Harnik eine Flanke von Linksverteidiger Cristian Molinaro in die Mitte, wo der heranstürzende Christian Gentner aus acht Metern zum 1:0 traf. Es war bereits das dritte Tor für den Kapitän innerhalb einer Woche.
Der FC Bayern war in einem intensiven Spiel die überlegene Mannschaft
Das Spiel blieb intensiv, das Tempo hoch - und der FC Bayern überlegen. Nach einer Flanke von Rechtsverteidiger Rafinha war Gomez einen Wimpernschlag eher am Ball als Tasci: Und es stand 1:1. Für den Nationalspieler war es bereits das sechste Tor im fünften Pflichtspiel gegen seinen Ex-Klub - und der 14. Treffer in dieser Saison. Nach knapp einer halben Stunde rückte dann erneut Molinaro in den Blickpunkt. Der Italiener hatte innerhalb von fünf Minuten den flinken Robben zweimal gefoult. Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigte unter dem großen Protest Molinaros Gelb-Rot. Für ihn verteidigte in der Folge Gebhart auf der linken Seite.
Toni Kroos hatte nach dem Seitenwechsel die Chance zum 2:1
„Es geht hart zu. Das weiß man. Es ist deshalb unnötig, hier zweimal Gelb zu ziehen“, sagte VfB-Manager Fredi Bobic in der Pause. Nach dem Seitenwechsel hätte Toni Kroos die Möglichkeit zum 2:1. Doch Ulreich parierte den Weitschuss des Nationalspielers, der diesmal auf der für ihn eher ungeliebten Sechserposition ran musste. Dass es der 21-Jährige auch hier versteht, den entscheidenden Pass zu spielen, zeigte er sieben Minuten später. Sein perfekt getimtes Zuspiel auf Philipp Lahm nahm der Linksverteidiger dankend an, um gleich weiter auf Gomez in den Rücken der VfB-Abwehr zu spielen: Der Nationalstürmer hatte wenig Mühe zum 2:1, seinem 15. Saisontor, zu vollenden. Es war nun das Spiel, wie es sich die Gäste aus München gewünscht hatten. In Führung liegend, ließen sie Ball und Gegner geschickt laufen, ohne sich groß verausgaben zu müssen. Doch fast hätte sich diese Spielweise gerächt. Der eingewechselte Cacau hatte zwei Chancen von bester Qualität. Bei der ersten klärte Gomez auf der Linie (78.), bei der zweiten ging Cacaus Volleyschuss nach einer zu kurzen Kopfballabwehr von Daniel van Buyten über das Tor.